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HP-Compaq-Fusion: Studien sollen Sinn oder Unsinn offen legen

04.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um Analysten und Investoren von den Vorteilen der geplanten Fusion von Hewlett-Packard (HP) und Compaq zu überzeugen, hat HP-Chefin Carleton "Carly" Fiorina eine Studie in Auftrag gegeben. Die Untersuchung der Investment-Bank Goldman-Sachs und dem Consulting-Unternehmen McKinsey & Company kommt erwartungsgemäß zu dem Schluss, dass eine Kombination der beiden IT-Firmen einen schlankeren, wettbewerbsfähigeren und attraktiveren Konzern ergebe. So soll unter anderem die operative Marge von derzeit 4,1 Prozent bei HP nach der Übernahme von Compaq auf acht bis zehn Prozent steigen. Auch im PC-Geschäft ließen sich dann erhebliche Kosten einsparen.

Völlig entgegengesetzte Ergebnisse liefert dagegen eine Studie der Beratungsfirmen Fleischer & Lowe und Parthenon Group im Auftrag der Hewlett-Familie, die gegen die geplante Fusion ist. Diese Untersuchung prophezeit dem kombinierten Unternehmen eine operative Marge von lediglich 2,6 Prozent. Für das PC-Geschäft sehen die Analysten schwarz: Selbst bei einem niedrigen Kaufpreis sei Compaqs verlustreicher PC-Bereich unattraktiv. Der William Hewlett Revocable Trust, der 85 Millionen HP-Aktien hält, sowie die Flora Hewlett Foundation, in deren Besitz 30 Millionen HP-Anteile sind, wollen gegen die 23,6 Milliarden Dollar schwere Fusion stimmen.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hat inzwischen auch die David und Lucille Foundation, die zehn Prozent an HP hält, Berater engagiert: Booz, Allen & Hamilton wird für die bislang unentschiedene Stiftung eine Studie erstellen. Eine weitere Untersuchung wird von der Aktionärsvertretung Institutional Shareholder Services angefertigt, die rund 700 große Fonds-Manager repräsentiert.

Bislang hat HP noch keinen Termin für die Aktionärsversammlung festgesetzt, auf der über den geplanten Merger abgestimmt werden soll. (ka)