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Hewlett wendet sich direkt an die HP-Aktionäre

17.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Am gestrigen Mittwoch hat sich Walter Hewlett erstmals direkt an die Aktionäre von Hewlett-Packard (HP) gewandt und sie aufgefordert, gegen die geplante 25 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Compaq Computer zu stimmen. Der Sohn von HP-Mitbegründer William Hewlett begründete seine Ablehnung des Deals mit den inzwischen öffentlich bekannten Argumenten, dass die Fusion HP in eine schwächere finanzielle Lage mit unsicherer Zukunft bringen würde.

Hewlett hatte zwar als Mitglied des HP-Verwaltungsrats zunächst für die Akquisition gestimmt, sich vor wenigen Monaten jedoch in seiner Funktion als Anleger doch noch gegen den Deal ausgesprochen. Zusammen mit den Gründerfamilien Hewlett und Packard, die zusammen mit ihren diversen Stiftungen 18 Prozent der HP-Anteile halten, will der Großaktionär auf der kommenden Hauptversammlung gegen den Merger stimmen.

Der Termin für diese Versammlung steht noch aus, soll jedoch noch auf die erste Jahreshälfte fallen. Die Entscheidung dazu könnte auf der am heutigen Donnerstag beginnenden zweitägigen Sitzung des HP-Verwaltungsrats fallen. Beobachter gehen von einem schwierigen Treffen aus, werden doch die acht Direktoren, die den Deal befürworten, erstmals seit der öffentlichen Ablehnung von Hewlett wieder in einem Raum mit dem neunten Direktor sitzen. Einige Beobachter vermuten sogar, dass die acht Verwaltungsratsmitglieder - allen voran HP-Chefin Carleton Fiorina - Hewlett zum Rücktritt als Direktor auffordern werden. (ka)