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Hewlett-Packard vermittelt im Streit um Web-Services-Standards

21.03.2006
Mit einer gemeinsamen Spezfikation wollen Microsoft, Intel, Hewlett-Packard (HP) und IBM die verhärteten Fronten auflösen.

Bei dem Streit geht es darum, in welcher Weise System-Management-Frameworks mithilfe von Web-Services Daten bereitstellen. Entsprechende Standards sind beispielsweise beim Aufbau Service-orientierter Architekturen (SOA) wichtig (siehe: In zehn Schritten zu SOA). Bisher liegen dazu zwei konkurrierende Vorschläge auf dem Tisch: Die Initiative "Web Services Distributed Management" (WSDM) unterstützen HP und IBM in der Standardisierungsorganisation Oasis. Dem gegenüber steht die Spezifikation "WS-Management", die Intel und Microsoft in der Distributed Management Task Force (DMTF) vorantreiben.

Über die zugekaufte Compaq-Organisation ist HP in beiden Gremien vertreten und hat deshalb ein besonderes Interesse, den Konflikt beizulegen. Nach Angaben von William Vambenepe, Distinguished Engineer bei HP, überlappen sich die Spezifikationen zu 85 Prozent. Andere Experten kommentieren, bei dem Streit gehe es weniger um Technik als um Politik und Machtfragen.

Unter Vermittlung von HP haben sich die rivalisierenden Lager inzwischen auf eine gemeinsame Roadmap geeinigt. Diese beschreibt die künftige Entwicklung der Spezifikationen und ihre Beziehungen untereinander. Dazu gehören auch die Spezifikationen WS-Resource Framework und WS-Resource Transfer. Welche Standardisierungsorganisation die Arbeit künftig veröffentlicht, ist offen. Bis zur Verabschiedung einer gemeinsamen Spezifikation kann nach Einschätzung der Beteiligten noch mindestens ein Jahr vergehen. (wh)