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Hewlett-Packard verklagt zwei Druckertintenanbieter

29.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) hat zwei Anbieter von Nachfüllpatronen für Tintendrucker verklagt.

Gegen Lasercycle/Inkcycle, einen Anbieter von Druckermaterial aus Lenexa im US-Bundesstaat Kansas, hat HP vergangenen Freitag eine Klage eingereicht. Lenexa habe sich bei einigen Produkten widerrechtlich geistigen Eigentums von Hewlett-Packard bedient.

HP führt in seiner Klage gegen Inkcycle an, das Unternehmen verstoße gegen drei Patente von Hewlett-Packard. Diese betreffen in einem Fall die Befähigung von Tinte, schnell zu trocknen. Zudem werden angeblich zwei Patente verletzt, die eine Technik festlegen, wie Farbe am Ausfasern gehindert werden kann.

Brad Roderick, Vice-President of Marketing bei Inkcycle, sagte, man stehe mit HP in Kontakt und werde die Angelegenheit kurzfristig zu einem gütlichen Ende führen. Man werde Änderungen an dem von seiner Firma angebotenen Tintenprodukt vornehmen, sollte sich herausstellen, dass dies nötig ist.

Die Inkcycle-Klage hat besondere Bedeutung. Sollte sich nämlich herausstellen, dass andere Anbieter von Nachfüllkartuschen die gleiche Tinte benutzen wie Inkcycle, würde der Ausgang der HP-Klage wahrscheinlich Auswirkungen nicht nur für Inkcycle selbst, sondern für eine ganze Branche haben.

Am gestrigen Montag ging HP zudem gerichtlich gegen Rhinotek Computer Products Inc. aus Carson, Kalifornien, vor. Rhinotek biete Nachfüllkartuschen an, die auf der Verpackung als "neu" angepriesen werden. Tatsächlich handle es sich bei den Tintenkartuschen jedoch um gebrauchte, deren Inhalt nachgefüllt ist. Der Käufer werde so getäuscht. HP will, dass Rhinotek auf den Verpackungen für den Käufer deutlich sichtbar die Bezeichnungen "gebraucht" und "nachgefüllt" anbringt.

Rhinoteks Chairman Gerald Chamales sagte, sein Unternehmen werde sich gegen HP zur Wehr setzen. Hewlett-Packard verfolge eine Ellenbogenmentalität, um Wettbewerb zu verhindern. (jm)