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Hersteller erwarten Boom für Java-Chips

13.06.2001
Java-Beschleuniger-Chips für Handys und andere mobile Kommunikationsgeräte sollen die Performance gleich in dreierlei Hinsicht verbessern.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Java-Accelerator-Chips für Handys und andere mobile Kommunikationsgeräte sollen die Performance gleich in dreierlei Hinsicht verbessern: auf den Mobiltelefonen können anspruchsvollere Java-Anwendungen laufen, die Programmieranforderungen für Hersteller werden geringer, und die Batterien werden geschont.

Drei Millionen Java-fähige Handys sind in Japan bereits auf dem Markt. NTT DoCoMo will bis Ende des Jahres sämtliche Mobiltelefone mit Java ausstatten. Das Manko bislang: Performance-Probleme, da die "Java Virtual Machine", über die die Kommunikation zwischen Software und Hardware läuft, enorm an der Prozessorleistung nagt. Das soll sich mit den Accelerator-Chips nun ändern: Sie werden viele Aufgabe der Virtual Machine übernehmen und die Java-Programme damit auf Trab bringen. Eine mögliche Anwendung der dritten Generation: ihr Einsatz als MP3-Player. "Die Leistungsfähigkeit wird damit um das Zehnfache gegenüber herkömmlichen Lösungen gesteigert", meint Markus Klevy, Analyst bei Microdesign Resources.

Auf dem Wunschzettel von Java-Erfinder Sun stehen die Spezial-Chips schon lange, vor allem nachdem der hauseigene Java-Prozessor im "Picojava"-Design floppte (Computerwoche online berichtete).

Unternehmen wie Nazomi, Aurora VLSI , ARM, Insilicon, Omron, Zucotto Wireless und Parthus präsentierten auf der Java-One-Konferenz von Sun entsprechende Lösungen für Java-Beschleuniger. Aurora und Zucotto setzen dabei auf Standalone-Chips, die meisten anderen Unternehmen offerieren ein geändertes Chip-Design für den Hauptprozessor. Zucottos erstes Angebot soll im dritten Quartal des Jahres lieferbar sein: Der "x100"-Chip ist eine Kombination aus Java-Accelerator- und Bluetooth-Prozessor. Eine "Java-only"-Lösung soll mit dem "x120" im vierten Quartal auf den

Markt kommen. Mit Philips Semiconductor konnte Zucotto bereits einen namhaften Kunden für sein Konzept gewinnen.

Nokia nannte auf der JavaOne-Konferenz zwar keinen Chiplieferanten, erklärte jedoch, man wolle noch in diesem Jahr 50 Millionen Java-Handys verkaufen, 2003 sollen es gar 100 Millionen sein. Und Motorola macht eigenen Angaben zufolge alle seine Telefone Java-fähig.