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Halbleitermisere: Sanyo sucht Weg aus der Krise

27.08.2007
Von pte pte
Der lang spekulierte Verkauf der Halbleitersparte des japanischen Elektronikspezialisten Sanyo wird immer wahrscheinlicher und dürfte noch diese Woche unter Dach und Fach gebracht werden.

Zu den insgesamt sechs potenziellen Käufern von Sanyo Semiconductor Manufacturing gehören informierten Verhandlungskreisen zufolge sowohl Investment-Konzerne als auch einheimische Marktkonkurrenten, berichtet das "Wall Street Journal". Brancheninsider erwarten einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen, die Sanyo rund 859 Millionen Dollar einbringen werden. Zu den interessierten Bietern gehören dem Bericht nach zwei finanzkräftige Private-Equity-Konsortien, darunter Francisco Partners Management LLC, CCMP Capital Asia Ltd. und die LongReach Group Ltd. sowie Vestar Capital Partners und CVC Capital Partners Ltd.. "Grundsätzlich macht der Verkauf einer weiteren verlustreichen Sparte an Investoren und/oder Marktkonkurrenten Sinn, da der Aktienkurs auf einem historischen 35-Jahrestief angelangt ist. Wir haben Sanyo bereits schon länger auf unserer Watch-List und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Firma aus dieser Krise und den damit verbundenen Umstrukturierungen gestärkt hervorgeht", meint Erste-Bank-Analyst Ronald-Peter Stöferle im Gespräch mit pressetext.

Laut aktuellen Medienberichten seien auch Cerberus Capital Partners Management LP und Advantage Partners LLP in die Verkaufsverhandlungen involviert. Während alle potenziellen Neueigentümer der Halbleitersparte bislang keinen Kommentar abgaben, bestätigte ein Sanyo-Sprecher am Freitag, dass man derzeit sämtliche Optionen sorgfältig prüfe und bislang noch nichts Konkretes entschieden sei. Aus eingeweihten Verhandlungskreisen heißt es hingegen, dass die Goldman Sachs Gruppe die bevorstehende Auktion als Großaktionär überwacht - 2006 landete das Unternehmen einen 2,5 Milliarden Dollar schweren Beteiligungs-Coup.

Während große Teile der Haushaltsgerätesparte und andere Segmente bereits veräußert wurden, werden entsprechend der Umstrukturierungspläne des neuen Präsidenten Seiichiro Sano ab November 2007 weitere Verkäufe unwirtschaftlicher Sparten erwartet. Unangetastet sollen hingegen die Bereiche Batterie und Solar bleiben. "Sanyo ist zwar ziemlich gebeutelt, aber mit finanzstarken Investoren im Hintergrund wird ein für das Unternehmen profitabler Druck ausgeübt, der dazu führt, dass man sich jetzt verstärkt auf seine Kernkompetenzen fokussiert", unterstreicht Stöferle auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Experten scheint der aktuelle Richtungswechsel für das Unternehmen der richtige Weg zu sein, schließlich brachen die Verkäufe im Halbleitersegment in den vergangenen drei Jahren um 31 Prozent ein. (pte)