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GRIP: Ciscos IOS soll zuverlässiger werden

14.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Netzausrüster Cisco will mit einer Reihe neuer Features in seinem Betriebssystem IOS (Internetworking Operating System) den Betrieb von Netzen sicherer und zuverlässiger machen. Die Verbesserungen, die im Laufe des Jahres integriert werden sollen, hat der Hersteller unter dem Oberbegriff "GRIP" (Globally Resilient Internet Protocol) zusammengefasst. Dahinter verbirgt sich unter anderem folgendes:

Nonstop Forwarding (NSF), bei dem Routing-Informationen auf einem Backup-Prozessor gespiegelt werden, so dass dieser bei einem Ausfall ohne Unterbrechungen oder Paketverluste einspringen kann. Erhältlich ab Juni.

Stateful Switchover (SSO), bei dem Link-Layer-Zustände in ATM-, Ethernet-, Frame-Relay und anderen Netz-Links erhalten bleiben, wenn ein Route-Prozessor ausfällt. Erhältlich ab Juni.

IP Event Dampening, bei dem Router-Software einen so genannten Flap (instabilen Link) erkennt und so lange nicht verwendet, bis dieser wieder stabil ist. Erhältlich ab Juni.

MPLS (Multiprotocol Label Switching) Fast Re-Route Node Protection, soll einen MLPS-Tunnel binnen Millisekunden um einen ausgefallenen Knoten herumrouten. Ebenfalls ab Juni.

Multicast Sub-Second Convergence, soll einen Multicast (One-to-many-Übertragung von Audio, Video etc.) in weniger als einer Sekunden nach einem Ausfall neu routen können. Ebenfalls ab Juni.

BGP (Border Gateway Protocol) Convergence Optimization, soll die Neuberechnung aller Routen in einem Router erheblich - um rund 40 Prozent - verringern. Ab Juni.

Stateful IPSec (IP Security) und Stateful NAT (Network Address Translation), soll bei Ausfall eines Edge-Routers verschlüsselte Tunnels und private IP-Adressen in einem Standby-System rasch wieder herstellen. Kommt im zweiten Halbjahr 2002.

Gateway Load Balancing Protocol, soll die Nutzung eines Backup-WANs gestatten, während das Hauptsystem arbeitet. Könnte unter Umständen die verfügbare Bandbreite nahezu verdoppeln. Ebenfalls im zweiten Halbjahr.

Cisco stellte ferner einen neuen SAN-Router (Storage Area Network) vor, der neben Fibrechannel- auch über iSCSI-Anschlüsse verfügt und damit die Anbindung von SCSI-Geräten über IP-Netze gestattet. Der "SN 5428" verfügt über zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse (für iSCSI) sowie acht Fibrechannel-Ports mit wahlweise 1 oder zwei Gbps. Das Gerät kostet knapp 12.000 Dollar und spielt damit eher im Lowend - größere Systeme von Brocade, Inrange, McData und Co. besitzen bis zu 128 Anschlüsse. (tc)