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Grid-Startup Univa erhält acht Millionen Dollar Venture-Capital

23.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Univa Corp., ein im Dezember 2004 von mehreren Wissenschaftlern gegründetes US-Startup (siehe auch: "Pioniere des Grid-Computing gründen Startup"), hat sich in seiner ersten Finanzierungsrunde acht Millionen Dollar Risikokapital gesichert. Mit dem Geld will die Company die Entwicklung von "Univa Global Enterprise", einer Kaufversion der Open-Source-Grid-Software Globus Toolkit beschleunigen. "Außerdem wird die Anzahl der Mitarbeiter bis Jahresende voraussichtlich auf 30 verdoppelt", erklärt Steve Tuecke, CEO und Mitbegründer von Univa.

Tuecke hatte 1995 zusammen mit Carl Kesselman und Ian Foster das Open-Source-Projekt Globus ins Leben gerufen. Dort entstand das Globus Toolkit, mit dessen Hilfe IT-Anbieter und -Kunden eigene Grid-Umgebungen aufbauen können sollen. Nach Schätzungen von Univa sind Versionen des Globus Toolkit weltweit an 1000 Orten im Einsatz und erreichen zusammen mehr als 40.000 CPUs und 10.000 Terabytes Speicherfläche.

Ian, Carl und er hätten mehrere Jahre darauf gewartet, dass jemand die quelloffene Software nach dem Vorbild Red Hat aufgreift und daraus eine kommerzielle Distribution entwickelt, erzählt Tuecke. Letztendlich sei ihnen aber klar geworden, dass sie selbst dafür sorgen müssen, dass eine Enterprise-Lösung herausgebracht wird. Als Konsequenz gab der Grid-Pionier vor 14 Monaten seinen Posten am Argonne National Laboratory, einer Einrichtung der Chicago University, auf, um sich auf Univa zu konzentrieren. Tueckes Forscherkollegen beschäftigen sich weiterhin mit ihren Studien - und kümmern sich um den Fortbestand der Open-Source-Version von Globus.

Finanziert wurde Univa unter anderem von Arch Venture Partners aus Chicago. Dessen Managing-Partner Patrick Ennis hält Univas Timing beim Launch einer kommerziellen Grid-Software für perfekt. Vor einigen Jahren wäre es viel zu früh dafür gewesen, in einem Jahr dagegen bereits zu spät, erklärte er. "Es gibt eine Menge von Globus-Anwender, die nun eine kommerziellere Richtung einschlagen. Dazu benötigten sie aber eine Dokumentation und professionelle Dienstleistungen von einer eigenständigen, unabhängigen Company. (mb)