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Graffiti-Streit: Palm wird für Kosten bei 3Com aufkommen

14.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Netzwerkausrüster 3Com gab am Mittwoch bekannt, dass das Tochterunternehmen Palm für alle etwaigen Forderungen im Patentrechtstreit mit Xerox aufkommen werde. Nach Anfragen von Investoren erklärte eine Firmensprecherin, dass 3Com in dem Prozess um die Schrifterkennungssoftware "Graffiti" zwar ebenfalls als Beschuldigter auftrete, das Unternehmen müsse im Fall einer Niederlage jedoch keinerlei Verpflichtungen nachkommen. Die Anleger hatten hohe Verluste befürchtet, nachdem die beiden Beschuldigten Ende Februar bereits zur Zahlung einer Bürgschaft in Höhe von 50 Millionen Dollar verurteilt wurden (Computerwoche online berichtete). Die Summe soll den Kläger Xerox teilweise für die entstandenen Schäden durch die

Patentrechtsverletzung während der Einspruchsperiode entschädigen.

Der US-Kopiererriese Xerox hatte 1997 eine Klage gegen das damalige Palm-Mutterunternehmen U.S. Robotics eingereicht, das später seinerseits von 3Com übernommen worden war. Palm wird beschuldigt, mit der im Palm-OS enthaltenen Schrifterkennungssoftware ein Patent von Xerox zu verletzen. Ende Dezember vergangenen Jahres hatte Xerox im zweiten Anlauf mit seinem Antrag vor Gericht gewonnen, Palm und 3Com legten allerdings gegen das Urteil Berufung ein (Computerwoche online berichtete). (mb)