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Google trennt sich von Baidu.com

23.06.2006
Die Beteiligung am Wettbewerber erzielt eine schöne Rendite.

Die Suchmaschine Google hat bereits Ende Mai ihren Anteil am chinesischen Wettbewerber Baidu.com verkauft. Insgesamt erlösten die Kalifornier rund 60 Millionen Dollar für zirka zwei Prozent der Baidu-Aktien. Google hat die Anteile schon ein Jahr vor dem Börsengang der Chinesen im August 2005 für rund fünf Millionen Dollar erstanden. In einer schriftlichen Stellungnahme verwies Google darauf, dass es das Ziel sei, im chinesischen Markt aus eigener Kraft zu wachsen. Baidu.com - genannt das "chinesische Google" - ist Marktführer bei Suchanfragen in China und ähnlich dominant wie Google in westlichen Märkten.

Im Januar hatte Google eine eigene Website für China gestartet. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil es sich der dort herrschenden Zensur unterwirft. Der Konzern rechtfertigte die Entscheidung damit, dass er auf das Marktpotenzial nicht verzichten könne. Allerdings sind alle großen Suchmaschinen sowie weitere Unternehmen, die in China tätig sind, vor der Regierung in Peking auf die Knie gefallen. Die Firmen haben sich jedoch im Gegensatz zu Google keinen werbewirksamen Verhaltenskodex gegeben. Dort heißt es unter anderem: "Ein äußerst wichtiger Grundsatz von Google ist, dass es keine Kompromisse bezüglich der Integrität unserer Suchergebnisse geben darf." (ajf)