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Giga: Anwender hassen Microsoft am meisten

27.07.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Giga Information Group hat bei einer Umfrage unter IT-Verantwortlichen in Europa und den USA herausgefunden, dass Microsoft auf beiden Kontinenten das meistgehasste Unternehmen der Branche ist. In Europa nannten 47 Prozent aller Befragten auf die Frage: "Mit welchem Unternehmen würden Sie gerne sofort alle Geschäftsbeziehungen abbrechen, wenn das leicht möglich wäre?" Microsoft; in den USA gaben allerdings nur 27 Prozent die Gates-Company an. (An zweiter Stelle auf der Liste der am wenigsten sympathischen Unternehmen landen übrigens in Europa die IBM und in den USA Oracle mit 13 beziehungsweise 17 Prozent der Nennungen).

Eigentlich ging es in der Erhebung um die möglichen Auswirkungen des Kartellverfahrens auf den Redmonder Softwareriesen. Hier gehen die Ansichten der IT-Manager kontinental betrachtet deutlich auseinander: Die Europäer pochen vor allem darauf, dass der Quellcode von Windows offen gelegt werden muss (49 Prozent). 24 Prozent befürworten eine Zerschlagung von Microsoft, sieben Prozent halten die vom Konzern selbst vorgeschlagene Aufsichtsbehörde für die beste Lösung, und immerhin fünf Prozent sehen eine Geldstrafe als angemessen an. Elf Prozent der Europäer sind übrigens der Ansicht, man solle Microsoft vollends in Frieden lassen.

Die amerikanischen Kollegen beurteilen die Sache anders: 43 Prozent meinen, Microsoft solle ungeschoren davonkommen, 22 Prozent wären mit einer finanziellen Bestrafung zufrieden. 28 Prozent der befragten US-Manager wären für eine Zwangsteilung des Konzerns, sechs Prozent halten eine Regulierungsbehörde für sinnvoll. An der Offenlegung des Windows-Quellcodes sind in Microsofts Heimatland gerade 20 Prozent interessiert.