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Geschäftsprozess-Plattform statt noch mehr ERP-Software

10.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Die IT-Organisation braucht einen neuen Plan", mahnt Yvonne Genovese, Research Vice President beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner. Die Beschaffung der stets aktuellsten Standardsoftware reiche nicht mehr aus, um die änderungsanfälligen Geschäftsprozesse nachzubilden. Je mehr Software installiert sei, desto weniger eigneten sich die traditionellen Ansätze zur Unterstützung des Geschäfts.

Im Rahmen eines "Gartner Executive Program" (EXP) haben die Marktbeobachter rund 1300 CIOs nach ihren Prioritäten für das laufende Jahr gefragt. Auf Platz eins der Liste rangierte die Verbesserung der Business-Prozesse. Nun sind die vorhandenen Systeme für das Enterprise Resource Planning (ERP) aber nicht auf schnelle Veränderungen der Geschäftsabläufe vorbereitet. Es muss, so resümiert Vice-Präsidentin Genovese, einen Weg geben, um den Betrieb der vorhandenen Softwareanwendungen und die Abbildung neuer Business-Prozesse unter einen Hut zu bringen.

Die Lösung des Dilemmas besteht für Gartner im Aufbau einer "Business Process Platform". Diesen Begriff lancierten die Martkauguren bereits im Herbst vergangenen Jahres. Damit bezeichnen sie eine Softwareumgebung, die vorhandene Prozesse und Applikationen mit neuen Techniken verbindet, namentlich einer Service-orientierten Architektur (SOA) oder der Service-orientierten Anwendungsentwicklung. So ermögliche diese Plattform eine flexible Anpassung der Applikationen an neue Geschäftsprozesse, ohne dass der Anwender eine komplett neue Softwarearchitektur einführen muss.

Aus Gartner-Sicht stehen die Business-Prozess-Umgebungen vor einem ähnlichen Erfolg wie seinerzeit die ERP-Systeme. In der Softwareindustrie ist diese Botschaft angekommen. So hat beispielsweise die SAP AG vor zwei Monaten eine derartige Plattform angekündigt. (qua)