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Geschädigte Worldcom-Anleger verklagen Citigroup

14.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aus Wut über den Verlust ihrer Ersparnisse durch die Worldcom-Insolvenz haben über 100 Kleinanleger die Investmentbank Salomon Smith Barney und deren ehemaligen Staranalysten Jack Grubman verklagt. Die Geschädigten argumentieren gegenüber der zuständigen US-Vereinigung der Wertpapierhändler (NASD - National Association of Securities Dealers), dass die Citigroup-Tochter die Geschäftsbeziehungen zwischen Salomon und dem US-Carrier sowie die persönlichen und beruflichen Banden zwischen Grubman und Worldcom-Gründer und Ex-CEO Bernard Ebbers verschwiegen habe. So hätten Grubman und seine Kollegen übertrieben positive Research-Berichte abgegeben, um für den Investmentbank-Bereich lukrativen Börsengeschäften an Land zu ziehen. Als Worldcom im Juli vergangenen Jahres Gläubigerschutz beantragte, verloren die Investoren insgesamt rund 7,5 Milliarden Dollar. Die

von der Anwaltsfirma Hooper & Weiss vertretenen Kleinanleger fordern daher als Schadensersatz mindestens die Erstattung ihrer Investitionsverluste. Die Erfolgschancen sind allerdings relativ gering. Zwar kauften sich die größten Investmentbanken der USA im vergangenen Monat von einer ähnlichen Anschuldigung der Börsenaufsicht SEC mit einem Bußgeld von insgesamt 1,4 Milliarden Dollar frei. Die geschädigten Anleger sahen von dem Geld jedoch keine Penny. (mb)