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Freenet.de hat Wachstumsprobleme - außer bei der Kundenzahl

09.08.2004

Der Internet- und Telefonieanbieter Freenet.de AG hat im zweiten Quartal 2004 ein deutliches Kundenwachstum verzeichnet, verbuchte jedoch gleichzeitig einen Rückgang bei Umsatz und Nettogewinn.

Wie die Mobilcom-Tochter bekannt gab, stieg der Profit vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vorjahresquartal um 20 Prozent auf 30,3 Millionen Euro - Analysten hatten jedoch im Vorfeld im Schnitt mit einem Ebitda-Plus von 34,6 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich verbuchte das Hamburger Unternehmen einen Nettoprofit von knapp 13 Millionen Euro, verglichen mit einem Überschuss von 14,1 Millionen Euro im zweiten Quartal 2003.

Die Einnahmen sanken im Jahresvergleich um neun Prozent auf 109,6 Millionen Euro und lagen damit ebenfalls unter den Markterwartungen (119,4 Millionen Euro). Im aktuellen Berichtszeitraum entfielen erstmals wieder die positiven Konsolidierungseffekte durch die Übernahme des Festnetzgeschäfts von Mobilcom zum 1.April 2003. Daneben habe die kostenintensive Neukundengewinnung im DSL-Geschäft sowie Preisreduzierungen im Call-to-Call-Geschäft zu einem Rückgang bei Umsatz und Rohertragsmarge geführt, erklärte Freenet.

Als Resultat der Marketing-Maßnahmen konnte Freenet jedoch die Anzahl der zahlenden Kunden im abgelaufenen Dreimonatszeitraum um fast eine Million auf über acht Millionen Nutzer erhöhen. So wurden im Quartal 110.000 neue Vertragskunden, darunter 70.000 DSL-Anschlüsse, hinzugewonnen, die Zahl der Call-by-Call-Kunden kletterte um 863.000.

Summa summarum erklärte sich das Unternehmen daher mit den Ergebnissen vollkommen zufrieden. Trotz der seit Anfang August verschärften Wettbewerbssituation – unter anderem durch die aggressive Breitband-Offensive von T-Online und T-Com mit Preisabschlägen und Subventionen – bestätigte Freenet-Chef Eckhard Spoerr die bisherige Gewinnprognose für 2004. Demnach wird für das Gesamtjahr weiterhin ein Ebitda-Profit von 130 Millionen Euro erwartet, der Vorsteuergewinn soll rund 90 Millionen Euro betragen. Zudem geht Freenet davon aus, dass die Umsätze im zweiten Halbjahr wieder steigen. (mb)