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Forscher entwickeln Schutzsystem vor Hacker-Attacken

05.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wissenschaftler des Trierer Instituts für Telematik haben ein System entwickelt, das firmeninternen Computer einen besseren Schutz vor unberechtigten externen Zugriffen bietet als sogenannte "Firewalls". Wie die mit der Institution verbundene Fraunhofer-Gesellschaft mitteilt, erhielten die Forscher für ihre Erfindung jetzt Patentschutz. Der "Lock-Keeper" basiert auf dem Prinzip, dass niemals eine direkte physikalische Verbindung des firmeneigenen Netzes mit dem Internet zugelassen wird.

"Die Firewalls trennen das interne Rechnernetz eines Unternehmens nicht von der Außenwelt, sondern analysieren und filtern lediglich die übermittelten Datenpakete", so Institutsleiter Prof. Christoph Meinel. Deshalb sei nicht auszuschließen, dass durch Softwarefehler, mangelnde Kenntnisse des Bedienungspersonals oder fehlerhafte Konfigurationen Firewalls in ihrer Schutzfunktion beeinträchtigen oder sogar außer Kraft gesetzt würden. "Unser patentiertes Schleusensystem blockt deshalb alle Online-Attacken auf ein internes Rechnernetz durch physikalische Sicherheitsvorkehrungen hundertprozentig ab", erklärt Meinel. Das Verfahren sorgt dafür, dass die zwischen einem Firmen-Intranet und dem Internet übermittelte Daten eine Schleuse passieren müssen. Je nach Zustand der "Tore" findet der Informationsaustausch nur mit jeweils einem der Rechner statt. Während des Aufenthalts in der Schleuse können die Daten je nach den Sicherheitserfordernissen der

Firma überprüft werden. Auf der CeBIT 2001 in Hannover werden die Trierer Forscher ihr neues Sicherheitsschleusensystem vorstellen.