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Europas Firmen leiden unter dem starken Euro

21.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Obwohl der Euro-Kurs gegenüber dem Dollar seit Mitte März um 8,2 Prozent gesunken ist, leiden viele europäische Firmen nach wie vor unter der überraschend harten Währung. So etwa der französisch-italienische Chiphersteller ST Microelectronics, berichtet das "Wall Street Journal": Der neue Firmenchef Carlo Bozotti zählt den Euro-Kurs nach eigenen Angaben zu seinen größten Sorgen. Wegen des abflachenden Wachstums in der Chipbranche und dem - aus Expertensicht - anhaltenden Höhenflug der Gemeinschaftswährung könne er es sich nicht leisten, die harten Schritte zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität herauszuzögern, erklärte Bozotti. Der zweitgrößte europäische Halbleiterhersteller will aus Kostengründen in Europa insgesamt 2300 Stellen abbauen und die Produktion von allen Standardchips in den nächsten fünf Jahren nach Asien verlagern.

Die Außenwelt sei darüber gelangweilt, dass alles auf den Wechselkurs zwischen Euro und Dollar geschoben werde, erklärt Infineon-Chef Wolfgang Ziebart. Tatsächlich handle es dabei aber um ein riesiges Problem, stellte Ziebart klar. Im Gegensatz zu ST Micro plane Infineon derzeit aber keine strategischen Maßnahmen als Reaktion auf den starken Euro, teilte eine Firmensprecherin dem "Wall Street Journal" auf Anfrage mit. Das Unternehmen versuche jedoch, die Wechselkursverluste mit Deckungsgeschäften aufzufangen. (mb)