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Europäer überholen Amerikaner beim Online-Weihnachtsgeschäft

17.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Marktforschungsinstitut Forrester Research erwartet, dass das Volumen des diesjährigen Online-Weihnachtsgeschäfts in Westeuropa erstmals höher ausfallen wird als in Amerika. So geht Forrester-Analystin Hellen Omwando davon aus, dass der heuer via Internet erzielte Weihnachtsumsatz im Jahresvergleich um rund 44 Prozent auf gut 13 Milliarden Euro steigt. Amerikanische Online-Shopper hingegen dürften umgerechnet lediglich zehn Milliarden Euro ausgeben, so die Prognose.

Die Marktbeobachter führen das Wachstum des Online-Geschäfts und die quer durch alle Alterstufen zunehmende Zahl von Web-Shoppern in Europa auf zunehmend aggressive Werbung der Internet-Stores sowie Zusatzangebote traditioneller Einzelhandelsgeschäfte zurück. Die höchsten Online-Umsätze erwartet Forrester im Bereich Reisen und bei anderen Freizeitangeboten, dicht gefolgt von Kleidung.

Nach wie vor zeichnen sich allerdings regional unterschiedliche Entwicklungen ab: Laut Omwando wird Großbritannien sowohl hinsichtlich der Anzahl der Online-Käufer als auch der Einnahmen weiterhin Spitzenreiter bleiben: So wird der in England übers Web erzielte Umsatz nach Einschätzung der Analystin bei 4,2 Milliarden Euro liegen und damit einem Drittel des europäischen Gesamtumsatzes entsprechen. Im vergangenen Jahr waren die Briten noch für rund 36 Prozent des gesamten europäischen Online-Weihnachtsgeschäfts verantwortlich.

Deutschland und Südeuropa werden in der diesjährigen Vorweihnachtssaison jedoch voraussichtlich aufschließen: Hierzulande wird ein Umsatz von 3,8 Milliarden Euro erwartet, was einem Anteil von 29 Prozent entspricht (2003: 27 Prozent). Für Frankreich gehen die Experten von Einnahmen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro (neun Prozent) aus, während Spanien seinen Anteil im Jahresvergleich auf vier Prozent verdoppeln dürfte. (kf)