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EU will gegen Spam-Mail vorgehen

15.05.2000
Das Aus für E-Mail-Marketing?

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Europäische Kommission berät derzeit darüber, ob sogenannte Spam-Mail-Sendungen endgültig verboten werden sollen. Demnach dürften E-Mails nur noch an diejenigen verschickt werden, die sich mit dem Empfang der Nachrichten ausdrücklich einverstanden erklärt haben. Über einen entsprechenden Gesetzesentwurf wurde bislang noch nicht abgestimmt. Der Vorschlag hat die Direkt-Marketing-Firmen auf den Plan gerufen, die nun um die Möglichkeit der E-Mail-Werbung bangen. Laurence Djolakian, Vertreter der Federation of European Direct Marketing (FEDMA), erklärte, er sei "extrem beunruhigt über die Gesetzesänderungen".

Sollte die EU den Vorschlag absegnen, könnten Verbraucher künftig auch entscheiden, welche ihrer Telefonnummern, ob Festnetz- oder Mobilnummern oder beide, in Telefonverzeichnissen gelistet werden. Bislang müssen sie für die Geheimhaltung ihrer Nummern bezahlen.

Der Spam-Mail-Entwurf der EU steht offenbar in Konflikt mit einer erst vor kurzem verabschiedeten Direktive, die in 18 Monaten in Kraft treten soll. Demnach haben Verbraucher künftig das Recht, den Empfang unerwünschter E-Mails zu stoppen, indem sie dies bei einer nationalen Registrierstelle angeben. Service-Provider sind dann verpflichtet, sich regelmäßig bei dieser Registrierstelle zu informieren, um den Verbraucherwünschen zu entsprechen. Ob Brüssel diesen Widerspruch zum neuen Entwurf aufheben wird, ist noch nicht klar.