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EU-Studie: Europäer hinken den Amerikanern in Sachen IKT weit hinterher

30.05.2006
Die Europäer investieren zu wenig in Forschung und Entwicklung, außerdem scheuen Unternehmen technische Innovationen und riskieren so ihre Produktivität.

60 Millionen EU-Bürger (13 Prozent) verfügen derzeit über einen breitbandigen Internet-Anschluss - die EU-Kommission betrachtet diese Zahl in ihrem ersten Jahresbericht zur europäischen Informationsgesellschaft als einen der ganz wenigen Lichtblicke. Ansonsten hagelt es Kritik an den Mitgliedsländern. Im nachweislich größten Wachstumsmarkt Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) liege Europa insbesondere in der Forschung weit hinter den USA, Japan und China zurück. Allein in den Vereinigten Staaten sei seit dem Jahr 2000 rund doppelt so viel in IKT investiert worden wie in der EU-Zone.

"Insgesamt gibt es keinerlei Anzeichen für eine Trendwende oder eine beschleunigte IKT-Entwicklung, die ein dauerhaftes Wachstum und eine Wettbewerbsstärkung für die EU erwarten ließen", heißt es in dem Bericht. Das ist fatal, denn die Kommission bezeichnet IKT als eine der wichtigsten Quellen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in der EU. Der Sektor wachse dauerhaft schneller als die Gesamtwirtschaft. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2004 seien mindestens 45 Prozent der in der EU erreichten Produktivitätssteigerungen auf die IKT zurückzuführen gewesen.

"Die EU muss jetzt dringend einen Gang zulegen, wenn sie beim Übergang zur Wissenswirtschaft nicht noch weiter zurückfallen will", heißt es in dem Bericht, der von der i2020-Initiative der Europäischen Kommission herausgegeben wurde. Diese ist im Rahmen der in Lissabon erarbeiteten Strategie für Wachstum und Beschäftigung gegründet worden und soll die Vorteile der digitalen Wirtschaft für Europa nutzbar machen. Dadurch hofft die EU, das Wirtschaftswachstum - in diesem Jahr werden EU-weit zwei Prozent erwartet - ankurbeln und die Produktivität der Unternehmen steigern zu können. (hv)