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Electronic Arts fehlt es an Kassenschlagern

27.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund des vergleichsweise schwachen Spieleangebots sowie gestiegener Betriebs- und Entwicklungskosten hat Electronic Arts (EA) in seinem Auftaktquartal 2005/06 wie erwartet einen Nettoverlust verbucht. Gleichzeitig senkte der weltgrößte Hersteller von Videospielen wegen des auf Frühjahr 2006 verschobenen Starts des Konsolenspiels "The Godfather" den Ausblick für den Rest des Geschäftsjahres.

Wie das Unternehmen aus Redwood City, Kalifornien, bekannt gab, ging der Umsatz im Ende Juni abgelaufenen ersten Quartal 2005/06 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 365 Millionen Dollar zurück. Unter dem Strich weist EA einen Nettoverlust von 58 Millionen Dollar oder 19 Cent je Aktie aus, nachdem im Vergleichsquartal des Vorjahres noch ein Gewinn von 24 Millionen Dollar oder acht Cent pro Anteil erzielt worden war. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten nach einer Ergebniswarnung der Company im Schnitt mit noch schlechteren Resultaten, nämlich mit einem Minus von 24 Cent je Aktie bei 326,7 Millionen Dollar Umsatz gerechnet.

In einer Stellungnahme verwies EA auf die erfolgreichen Spiele "Medal of Honor: European Assault" und "Battlefield 2", von denen im Berichtszeitraum jeweils mehr als eine Million Kopien verkauft wurden. Die Titel konnten sich allerdings bei weitem nicht mit den Kassenschlagern aus dem Vergleichsquartal des Vorjahres messen, darunter eine Spiele-Adaption von "Harry Potter".

Analysten monieren seit längerem, dass es EA an neuen Top-Titeln mangele. Als Reaktion hat das Unternehmen im Berichtsquartal seine Forschungs- und Entwicklungskosten um 40 Prozent auf 183 Millionen Dollar aufgestockt. Die Aufwendungen für Verwaltung und Betrieb verdreifachten sich auf 51 Millionen Dollar, während die Anzahl der Mitarbeiter im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 4500 Menschen wuchs. Ob diese Strategie Erfolg bringt, wird sich frühestens ab Jahresende zeigen, wenn die für die neuen Spiele gedachten Konsolen der nächsten Generation auf den Markt kommen. Eine für Microsofts Xbox 360 geplante Version des Spiels "The Godfather" wird nach einer Serie von Pannen voraussichtlich sogar noch später erscheinen (siehe auch: "Electronic Arts verschiebt Videospiel "Der Pate").

Im gesamten Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen daher nur noch einen Gewinn von 1,45 bis 1,60 Dollar pro Aktie bei 3,3 bis 3,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zuvor hatte EA noch einen Profit von 1,55 bis 1,70 Dollar je Anteil bei 3,4 bis 3,5 Milliarden Dollar hohen Einnahmen in Aussicht gestellt. (mb)