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Ehemaliger Worldcom-Controller überführt

16.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - David Myers, ein ehemaliger Controller bei Worldcom, ist überführt worden, an den Verschleierungspraktiken des Konzerns beteiligt gewesen zu sein. Einem internen Memo zufolge erklärte Myers den Wirtschaftsprüfern Mitte Juni, er habe gewusst, dass die Buchungen gegen die geltenden Bilanzstandards verstoßen. Angesichts der finanziellen Schieflage von Worldcom sei ihm jedoch keine andere Wahl geblieben.

Wie aus dem Memo hervorgeht, haben Worldcom-Manager die Controller dazu angehalten, die Bilanzen zu manipulieren, um die finanzielle Situation des Konzerns besser darzustellen. Myers habe damals gehofft, die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) würde keine Erklärung für diese Praktiken fordern. Eine Woche nach Bekanntwerden des Skandals - seit Anfang vergangenen Jahres sollen Ausgaben in Höhe von 3,85 Milliarden Dollar als Investitionen statt als laufende Kosten verbucht worden sein - trat Myers zurück. (sp)