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Doubleclick wartet weiter auf schwarze Zahlen

17.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eigentlich wollte der Internet-Werbedienstleister Doubleclick im Geschäftsjahr 2001 zwischen sieben und neun Cent Gewinn pro Aktie und damit erstmals schwarze Zahlen ausweisen - so hieß es jedenfalls noch im Januar. Leider wird es nichts damit - die Company, deren so genannte Ad-Server zahlreiche Sites - darunter auch die von Computerwoche online - mit Bannern versorgen, erwartet statt dessen nun einen Verlust von 18 bis 22 Cent (außergewöhnliche Belastungen und Zugewinne nicht eingerechnet). "Wir können die wirtschaftliche Gesamtlage nicht einfach abschütteln, auch wenn wir unsere eigene Branche hinter uns lassen", bekannte CEO (Chief Executive Officer) Kevin Ryan.

Die Ergebniskorrektur erfolgte zeitgleich mit der Veröffentlichung der Bilanz für das erste Fiskalquartal. In dieser Periode wies Doubleclick einen Verlust von 60,4 Millionen Dollar oder 48 Cent pro Aktie aus, darin enthalten eine Abschreibung von 29 Millionen Dollar für Restrukturierung und Entlassungen. Ein Jahr zuvor hatte der Nettofehlbetrag 18,4 Millionen Dollar oder 16 Cent je Anteilschein betragen. Abzüglich außergewöhnlicher Posten liegt der Verlust bei 10,5 Millionen Dollar oder acht Cent pro Aktie und damit knapp über den Erwartungen der Wall Street, die laut First Call/Thomson minus neun Cent je Anteilschein erwartet hatte.

Den Umsatz steigerte Doubleclick von 110,1 Millionen Dollar im Vorjahresquartal unverhofft um 4,4 Prozent auf 114,9 Millionen Dollar; die Analysten hatten hier mit nur 109 Millionen Dollar gerechnet. Das Plus erwirtschafteten allerdings die Bereiche TechSolutions (Banner-Infrastrukturlösungen) und Data (Direktmarketing, früher Abacus Direct) - das eigentlich Banner-Netzwerk machte 23 Prozent weniger Umsatz als vor Jahresfrist.