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Doubleclick auf Talfahrt

12.07.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktien des New Yorker Unternehmens Doubleclick verloren in den vergangen fünf Handelstagen annähernd 30 Prozent Ihres Wertes und sanken auf unter 28 Dollar. Der gesamte Kurzverlust der Doubleclick-Anteile in diesem Jahr beläuft sich damit auf über 77 Prozent. Grund des Einbruchs waren Analystenwarnungen, die ankündigten, dass sich das Wachstum in der Online-Werbung deutlich schwächer entwickeln würde als zunächst angenommen. Auch eine Ankündigung der US-Regierung sorgt für Unruhe bei den Anlegern. Hierin werden Vorschriften für den Umgang mit Kundendaten gefordert. Dies könnte für Doubleclick schwerwiegende Folgen haben, basiert doch die ausgefeilte Adserver-Technik auf so genannten Cookies, deren Verwendung durch die neue Regierungsvorschrift eingeschränkt werden könnte.

Vor wenigen Wochen war Doubleclick in die Schlagzeilen geraten, weil bekannt wurde, dass das Unternehmen seine durch den Einsatz von Cookies gesammelten Informationen an Dritte verkaufen wollte. Dies hatte die Talfahrt der Aktie noch einmal beschleunigt. Nachdem das Dotcom-Unternehmen iWon.com gestern bekannt gegeben hatte, dass es seine Werbebanner von eigenen Servern einspielen und nicht das System von Doubleclick verwenden würde, ist der Kurs der Aktie erneut um zwölf Prozent gefallen. Nach Meinung des Merill-Lynch-Analysten Henry Blodget ist die Kurskorrektur damit noch nicht beendet. Das Papier sei derzeit allenfalls als Spekulationsobjekt zu empfehlen. Doubleclick selbst hat keine Stellungnahme zu den aktuellen Kursentwicklungen abgegeben.