Risikokapitalisten machen Druck

Dooyoo muss 25 Mitarbeiter entlassen

09.03.2001
MÜNCHEN (CW) - Das Verbraucherportal Dooyoo AG muss nach Gesprächen mit den Investoren bereits bis zum vierten Quartal 2001 die Gewinnschwelle erreichen. Um die Verluste zu reduzieren, spart man als erstes am Personal und entlässt 25 Mitarbeiter.

Das Internet-Meinungsportal Dooyoo wird 13 Mitarbeitern in Berlin und zwölf im übrigen Europa kündigen. Damit trägt die Web-Firma ihren Risikokapitalgebern Rechnung, die das Unternehmen bis Ende des Jahres finanzieren sollen. "Das war der schlimmste Tag meines Lebens. Aber die Firma ist gerettet", so Firmenchef Felix Frohn-Bernau.

Ursprünglich wollte Dooyoo erst im dritten Quartal 2002 in die Gewinnzone kommen. Nun sollen bereits Ende 2001 schwarze Zahlen geschrieben werden. Dies könnte nach Angaben des Unternehmens nur mit einer Kostensenkung in den Bereichen Personal, Marketing und Produkt erreicht werden. Zudem müsse man der ungünstigen Marktlage Rechnung tragen. Diese forderte bereits erste Konsequenzen. Dooyoo-Mitbegründer Michael Kalkowski muss seinen Vorstandsplatz an den bisherigen Leiter E-Commerce Stefan Smalla abgeben.

An einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Ciao.com sei jedoch nicht zu denken. Beide sammeln Meinungen zu Produkten und stellen diese Verbrauchern zur Verfügung. Geld verdienen will Dooyoo außer mit Bannerwerbung und Links zu den Produkten noch mit Marktforschung.