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Domainpreise steigen: .com und .net werden teurer

10.04.2007
VeriSign erhöht ab Oktober die Registrierungsgebühren für .com- und .net-Domains. Für eine .com-Domain kassiert das Unternehmen dann laut Mitteilung jährlich 6,42 statt bisher sechs Dollar. Eine .net-Domain kostet 3,85 statt 3,50 Dollar.

VeriSign erwartet von den neuen Preisen jährliche Mehreinnahmen von mehr als 32 Millionen Dollar. Derzeit sind 65 Millionen .com-Domains und neun Millionen .net-Adressen über das Unternehmen registriert. Die Preiserhöhung wird mit angeblich höheren Kosten begründet. Die Zahl der Domain-Abfragen stiegen unaufhörlich – seien es im Jahr 2000 noch eine Milliarde täglich gewesen, so sei die Datenbank heute 30 Milliarden Mal am Tag im Einsatz. Mit dem kostspieligen Projekt "Titan" sollen zukünftig vier Billionen Abfragen täglich verarbeitet werden können (Computerwoche.de berichtete). Darüber hinaus verschlinge es Unsummen, die Systemsicherheit zu gewährleisten. In den vergangenen sieben Jahren habe sich die Zahl der abzuwehrenden Angriffe auf .com- und .net-Domains versiebenfacht.

VeriSign hatte im Dezember für weitere sechs Jahre die Verwaltungsaufgaben für die populären Domains von der US-Regierung übertragen bekommen (Computerwoche.de berichtete). Schon damals schloss das Unternehmen eine Preiserhöhung nicht aus. Laut Vertrag darf VeriSign die Domain-Preise pro Jahr eigenmächtig um bis zu sieben Prozent erhöhen - wenn es dies ein halbes Jahr vorher ankündigt. Allerdings ist das Unternehmen verpflichtet, die Preise mindestens in zwei Jahren der Sechs-Jahres-Periode unverändert zu lassen.

Ob die höheren Preise ab Oktober auch an die Endkunden weitergegeben werden, müssen die jeweiligen Registrare entscheiden, die die Adressen im Kundenauftrag bei VeriSign anmelden. Sie hatten lange Zeit dagegen protestiert, dass VeriSign den Registry-Preis für .com und .net selbst bestimmen kann. Die für die Preisgestaltung vormals zuständige Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) übertrug VeriSign dieses Recht, wohl auch um während der noch anhaltenden Debatte um die Porno-Domain .xxx weitere juristische Streitigkeiten zu vermeiden. (sh)