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Direkt-Marketing-Industrie will Spams per Gesetz eindämmen

25.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In einer Abkehr von der bisherigen Strategie hat sich die mächtige US-amerikanische Lobby-Vereinigung Direct Marketing Association (DMA) dafür ausgesprochen, unerwünschte E-Mail-Werbung (Spam) per Gesetz zu verbieten. Bislang hatte die DMA die Meinung vertreten, des Spam-Problems könne die Industrie durch Selbstregulierung Herr werden. Das "Wall Street Journal" zitiert Jerry Cerasale aus dem DMA-Management mit den Worten, Spams hätten mittlerweie eine Größenordnung erreicht, die ohne gesetzliche Eingriffe nicht mehr in Griff zu bekommen sei. Einer US-amerikanischen Untersuchung zufolge stellen Spams mittlerweile 41 Prozent aller Internet-E-Mails.

Die Mitglieder von DMA sind Teil einer Handelsorganisation, die ihre Produkte direkt an Kunden verkaufen. DMA hofft, mit den im eigenen Verband bereits bestehenden Verhaltensregeln Vorschläge für eine zukünftige Legislative geben zu können. Danach will DMA unter anderem durchsetzen, das Verstösse gegen eine Spam-Regulierung mit Strafen von 11.000 Dollar pro Spam-Sendung bestraft werden sollen. Einige Antispam-Aktivisten glauben allerdings, dass die DMA-Initiative zu kurz greift. Sie wollen einen hundertprozentigen Bann aller Spam-E-Mails durchsetzen. Außerdem gehören die Mitglieder von DMA insbesondere zu den Katalogversendern. Diese aber sind gerade nicht besonders auffällig geworden als Versender von unerwünschten Werbemüll-Mails. Diese, so der Juraprofessor David Sorkin aus Chicago, würden zudem in aller Regel illegale Produkte bewerben. (jm)