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Die NSA kommt nicht mehr mIT

19.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Michael Heyden, Direktor des geheimsten aller US-Geheimdienste National Security Agency (NSA), hat sich in der US-Fernsehshow "60 Minutes" bei CBS darüber beklagt, dass seine vor allem mit dem Abhören weltweiter Kommunikation befasste Behörde technisch immer stärker ins Hintertreffen gerät. "Wir kommen mit der globalen Telekommunikation einfach nicht mehr mit", jammerte Heyden. "Unsere Widersacher agieren längst mit der Lichtgeschwindigkeit einer globalen Industrie - Handys, Verschlüsselung, Glasfaserkabel, digitale Kommunikation." Dieser technische Fortschritt sowie die schiere Menge der Kommunikation habe den einstigen technischen Vorsprung der NSA zunichte gemacht.

Beobachter vermuten nun, dass der Abhördienst möglicherweise in die Fußstapfen seines Pendants CIA (Central Intelligence Agency) tritt und mittels einer eigenen Risikokapitalfirma für seine Zwecke geeignete Technik fördert. Die CIA hatte im Frühjahr 1999 dazu die privatwirtschaftliche Firma In-Q-Tel aus der Taufe gehoben. Um sein internes Beschaffungswesen zu optimieren, wird die NSA darüber hinaus wohl ihre gesamte Verwaltungs-IT outsourcen. Das Volumen dieses "Project Groundbreaker" schätzen Experten auf fünf Milliarden Dollar. Als chancenreichste Dienstleister werden in diesem Zusammenhang AT&T, CSC sowie OAO gehandelt.