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Deutsche und italienische Telekom beschließen Fusion

22.04.1999
Verwaltungsrat der Telecom Italia gibt grünes Licht

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom AG und die Telecom Italia haben ihr Zusammengehen nun offiziell angekündigt. Die Konzerne teilten in der Nacht zum Donnerstag mit, daß sie alle Aktivitäten in einer neuen Gesellschaft zusammenlegen wollen. Heute werden die Unternehmenschefs Ron Sommer - branchenintern wird er bereits als "Don" Sommer bezeichnet - und Franco Bernabe auf einer Pressekonferenz in London die neue TK-Gesellschaft vorstellen.

Den Aktionären der Telekom soll jeweils eine Aktie der neuen Gesellschaft für eine Telekom-Aktie angeboten werden. Die Anteilseigner der Telecom Italia sollen hingegen für drei Stammaktien oder 5,61 Vorzugsaktien eine neue Aktie erhalten. Die Aktien sollen an den Börsen in Frankfurt, Mailand und New York notiert werden. Mit der Fusion entsteht ein Konzern mit einem Börsenwert von über 350 Milliarden Mark. Vorher müssen allerdings noch die Kartellbehörden in der EU und in den USA sowie die Aktionäre ihr Plazet geben.

Der Verwaltungsrat der Telecom Italia hatte bereits am Mittwoch die Fusion mit der Deutschen Telekom gebilligt. Zuvor hatte das Bonner Finanzministerium erklärt, daß der Bund zwar nicht gewillt sei, als größter Aktionär auf die Stimmrechte an der Deutschen Telekom zu verzichten, er sich aber wie bisher aus dem operativen Geschäft heraushalten werde. Die öffentliche Hand hält momentan 72 Prozent an dem deutschen Carrier und darf vor dem Jahr 2000 keine weiteren Anteile verkaufen. Die Telekom selbst hatte die Emission weitere Aktien für den Sommer angekündigt, um aus den ihr gebliebenen Anteilen frisches Kapital zu schöpfen. Die Aktien der Telecom Italia legten an der Mailänder Börse, nachdem sie zwei Tage lang gesperrt waren, um rund 1,5 Prozent auf knapp zehn Euro zu. Der Kurs der Deutschen Telekom hingegen sank seit dem vergangenen Dienstag um rund 15 Prozent.