Capgemini-Studie

Deutsche CIOs rechnen mit wachsenden IT-Budgets

13.01.2022
Von Wolfgang Herrmann
Fast drei Viertel der Unternehmen in Deutschland können 2022 mit höheren IT-Budgets kalkulieren. Vor allem die Ausgaben für Modernisierungsprojekte wachsen.
Unternehmen aus der DACH-Region wollen 2022 und 2023 mehr Geld in die Modernisierung ihrer IT-Systeme investieren.
Unternehmen aus der DACH-Region wollen 2022 und 2023 mehr Geld in die Modernisierung ihrer IT-Systeme investieren.
Foto: Monster Ztudio - shutterstock.com

Deutsche Unternehmen blicken optimistisch auf das neue Jahr, zumindest wenn es um die geplanten IT-Ausgaben geht. Laut einer Studie der Beratungsfirma Capgemini verfügen 73 Prozent 2022 über höhere Budgets. Knapp ein Drittel der Befragten will die IT-Ausgaben sogar um mehr als zehn Prozent erhöhen. Nur elf Prozent kürzen die Ausgaben; im Vorjahr waren es noch 15 Prozent. Die zusätzlichen Investitionen fließen demnach hauptsächlich nicht in Neuentwicklungen, sondern in die Modernisierung bestehender Systeme.

Ähnlich positiv fallen die Prognosen für 2023 aus: 73 Prozent der Studienteilnehmer rechnen mit höheren IT-Ausgaben, fast ein Drittel mit Steigerungen von mehr als zehn Prozent. Für seine IT-Trends-Studie befragte Capgemini im September und Oktober 2021 195 IT- und Fachverantwortliche aus Großunternehmen und Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 83 Prozent der Interviewten gaben an, dass ihre Organisation 2022 wirtschaftlich oder organisatorisch wachsen soll. Nur jedes zehnte Unternehmen verfolgt keine Expansionspläne und setzt eher darauf, das Geschäft zu stabilisieren. Verkleinern wollen sich nur 1,4 Prozent der Organisationen.

IT als Wachstumstreiber

"IT spielt bei den Expansionsplänen vieler Organisationen eine entscheidende Rolle, das zeigen die hohen Investitionen in diesen Bereich", kommentiert Sven L. Roth, Head of Business & Technology Solutions bei Capgemini in Deutschland. "Digitalisierung und der Einsatz intelligenter Systeme sollen nicht nur Wettbewerbsvorteile generieren. Sie tragen außerdem dazu bei, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und gleichzeitig den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel abzufedern, indem etwa Mitarbeiter von Routineaufgaben entlastet werden."

Verändert hat sich gegenüber dem Vorjahr unter anderem die Verteilung der IT-Ausgaben. Flossen 2021 noch 47 Prozent der IT-Budgets in die bestehende Systemlandschaft, sollen es im laufenden Jahr nur noch 44 Prozent sein. Auch der Anteil der Ausgaben für Neuentwicklungen geht laut der Erhebung von 26 Prozent im Vorjahr auf 24 Prozent zurück. Demgegenüber wollen Unternehmen und Behörden mehr Geld für Modernisierungsprojekte ausgeben: Der Anteil solcher Investitionen am gesamten IT-Budget steigt von 27 Prozent im Jahr 2021 auf knapp 32 Prozent.

"Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Modernisierungen in vielen Fällen um Projekte handelt, bei denen Anwendungen Cloud-fähig gemacht werden," erklärt Thomas Heimann, Enterprise Architect Director bei Capgemini und Co-Autor der IT-Trends-Studie. "Denn angesichts der hohen Sicherheits- und Umweltstandards, dem breiten Service-Angebot und dem Preis-Leistungsverhältnis lohnt es sich, jetzt auch ältere Kernanwendungen zu modernisieren und in die Cloud zu bringen."

Finanziert würden IT-Innovationen inzwischen fast genauso so häufig von der Business- wie von der IT-Seite, berichten die Consultants. Das zeige zum einen, dass das Kerngeschäft vieler Unternehmen mittlerweile auf IT basiere. Zum anderen sähen Business-Entscheider die IT als Wettbewerbsfaktor und stießen deutlich mehr Digitalprojekte als früher an. Ein Wermutstropfen: Nur in jeder zehnten Organisation arbeiteten Business- und IT-Bereiche in gemeinsamen Projekten auf Augenhöhe zusammen. In der Regel habe der Hauptgeldgeber noch immer den größten Einfluss auf Entscheidungen.