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Deutsche Börse weist Kritik zurück

13.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Börse AG verteidigt sich gegen Vorwürfe, sie habe trotz der Terrorattentate in den USA "Business as usual" betrieben, anstatt den Betrieb auszusetzen. Ein Sprecher der Frankfurter Wertpapierbörse begründete die Entscheidung damit, der weiterlaufende Handel habe wie ein Ventil gewirkt und die Unsicherheit vom Markt genommen. Auch eine Sprecherin der französischen Börse Euronext erklärte, nach den Erfahrungen des Börsencrashs 1987 habe sich gezeigt, wie gefährlich es sei, in Krisenzeiten zu schließen, da die Kurskorrektur anschließend umso brutaler ausfalle. Gegen dieses Argument sprechen allerdings Beobachtungen von Aktienhändlern, auf die Katastrophe hätten vor allem Privatanleger reagiert, während sich institutionelle Händler zurück hielten. Diese haben jedoch die Möglichkeit, außerhalb der Börsen zu handeln. Markus Straub von der Schutzgemeinschaft für

Kleinaktionäre bezeichnete das Szenario in Frankfurt als reinen Blindflug.

Am Unglückstag stoppte lediglich der Handel mit US-Titeln an der Frankfurter Börse für eine Stunde, um 19:15 wurde das Gebäude nach einer Bombendrohung vorzeitig geräumt. Einen Tag nach den Attacken lief das Geschäft wie gewohnt weiter, abgesehen von einer Schweigeminute am Nachmittag. US-Aktien wurden aber nicht gehandelt. An den US-Börsen soll der Handel spätestens am Montag wieder aufgenommen werden (Computerwoche online berichtete).