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Der Telekom droht ein heißer Herbst

12.10.2006
Die Gewerkschaft bereitet Proteste gegen einen weiteren Jobabbau vor.
Lothar Pauly, Chef von T-Systems, möchte die Kosten senken.
Lothar Pauly, Chef von T-Systems, möchte die Kosten senken.

Bei der Deutschen Telekom eskaliert der Konflikt zwischen Management und Arbeitnehmervertretern. In der Telekom-Geschäftskundensparte T-Systems seien Warnstreiks in Vorbereitung, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Bereits Ende der Woche könne es zu ersten Arbeitsniederlegungen kommen, werden informierte Personen zitiert. Hintergrund seien unter anderem Pläne des T-Systems-Managements, mehr Stellen zu streichen als bisher bekannt. Spartenchef Lothar Pauly hatte zuvor in der "CW" erklärt, bei der Mittelstandsorganisation Business Services fielen demnächst 1.600 Stellen zusätzlich weg. Bisher habe T-System lediglich die Streichung von 5.500 Stellen angekündigt.

Ein Unternehmenssprecher habe auf Anfrage erklärt, die von Pauly angekündigten Stellenstreichungen bedeuteten auf den Gesamtkonzern gerechnet keinen zusätzlichen Personalabbau. Zudem müsse man zwischen Brutto- und Netto-Stellen unterscheiden. "Im Geschäftsbereich für Groß- und Mittelstandskunden müssen netto 300 Stellen abgebaut werden. Diese sind in den bereits kommunizierten 27.000 Stellen enthalten", wird er zitiert. Lothar Schröder, Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, widersprach dieser Darstellung. "Bisher hat die Telekom immer dementiert, dass ein weiterer Arbeitsplatzabbau ansteht. Doch Paulys Aussagen belegen, dass weitere Streichungen geplant sind", sagte er der "FTD". Der Kurs des Managements wird nach Einschätzung Schröders, der auch im Telekom-Aufsichtsrat sitzt, zu einer Verschärfung des Konflikts mit der Arbeitgeberseite führen. (dpa/ajf)