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Dell steigert Umsatz und Gewinn deutlich

16.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte PC-Hersteller Dell hat trotz schwacher Nachfrage und anhaltender Investitionszurückhaltung von Firmenkunden seinen Gewinn im ersten Fiskalquartal um 31 Prozent gesteigert. Das im texanischen Round Rock ansässige Unternehmen wies gestern nach US-Börsenschluss einen Nettogewinn von 598 Millionen Dollar oder 23 Cent aus im Vergleich zu 457 Millionen Dollar oder 17 Cent je Anteilschein ein Jahr zuvor.

Während der PC-Markt im ersten Kalenderquartal weltweit um nur zwei Prozent wuchs, steigerte Dell im Ende April abgeschlossenen Vierteljahr seine ausgelieferten Stückzahlen um 29 Prozent, das größte Wachstum seit mehr als zwei Jahren. In der Folge stieg der Quartalsumsatz auf 9,53 Milliarden Dollar, das sind immerhin 18 Prozent mehr als die 8,07 Milliarden Dollar aus dem Berichtzeitraum des Vorjahres. In Europa (Frankreich plus 38 Prozent, Deutschland plus 16 Prozent) und Asien (inklusive Japan plus 40 Prozent) legte Dell besonders stark zu, außerdem gelang es dem Unternehmen, seine operativen Kosten auf 9,8 Prozent vom Umsatz zu drücken nach 9,9 Prozent ein Jahr zuvor

Chief Operating Officer (COO) Kevin Rollins bezeichnete den Markt als "stabil", machte aber wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung. "Wir hoffen zwar, haben aber keinen größeren Anstieg im Unternehmensmarkt feststellen können", erklärte Rollins. Dies versuche Dell durch Verkäufe an kleine und mittlere Unternehmen, Consumer und Institutionen auszugleichen. Der Hersteller bemüht sich seit einiger Zeit verstärkt, seine Abhängigkeit vom PC zu verringern und mehr höhermargige Server, Speichersysteme und Services zu verkaufen. Bei Servern, wo sich Dell auf SMB-Kunden fokussiert, steigerte das Unternehmen Umsatz und Stückzahlen aktuell um 20 beziehungsweise 40 Prozent.

Seinen Einstieg in den Druckermarkt bezeichnete der Anbieter als gelungen. In den nächsten drei oder vier Jahren soll dieses Geschäft aber noch keine "substanziellen" Umsätze oder Gewinne abwerfen. Für das laufende Quartal, das Ende Juli zu Ende geht, prognostizierte Dell einen Gewinn von 24 Cent pro Aktie im Vergleich zu 501 Millionen Dollar oder 19 Cent je Anteilschein ein Jahr zuvor. Der Quartalsumsatz soll nach 8,46 Milliarden Dollar im Vorjahr um 15 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar wachsen. Die Prognose entsprach der Erwartung der von Thomson First Call befragten Analysten.

Zum Fixing an der Nasdaq hatte die Dell-Aktie um sieben Cent leichter bei 32,18 Dollar geschlossen, im nachbörslichen Handel gab das Papier nochmals auf 31,54 Dollar nach. Völlig unverständlich angesichts des in der anhaltenden Branchenkrise schlicht sensationellen Abschneidens - Analysten und Anleger sind offenbar inzwischen das dauernde Wachstum gewöhnt und wissen es nicht mehr zu würdigen. Seit Jahresbeginn hat die Dell-Aktie fast 20 Prozent zugelegt und in dieser Woche ein 52-Wochen-Hoch erreicht. (tc)