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Datenschutz-Beauftragter fordert besseren Schutz für IT-Nutzer

19.12.2006
Zur ersten nationalen IT-Konferenz in Potsdam hat der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, einen besseren Schutz für die Nutzer der Informationstechnologie gefordert.

Er hat deshalb "zehn Thesen für eine datenschutzfreundliche Informationstechnik" aufgestellt, die er am Montag in Bonn vorstellte. Schaar sieht Staat, Wirtschaft und Wissenschaft in der Verantwortung, "damit die Grundrechte und die demokratischen Strukturen gewährleistet bleiben, wenn sich die Gesellschaft weiter zu einer Informationsgesellschaft wandelt."

Der Datenschützer sieht vor allem die Unternehmen in der Pflicht: Bereits bei der Entwicklung von IT-Systemen müssten die Sicherheitseinstellungen verbessert werden. Kritisch sieht Schaar besonders die zahlreichen Möglichkeiten, das individuelle Verhalten von Nutzern der IT-Technik zu verfolgen. "Umfassende Persönlichkeitsprofile, in denen alle möglichen privaten und öffentlichen Daten zusammengeführt werden, darf es unter den Bedingungen einer immer leistungsfähigeren Informationstechnik nicht geben", fordert Schaar in einer seiner Thesen.

Im Vorfeld des Potsdamer IT-Gipfels hatte Schaar bereits kritisiert, dass kein Datenschützer zu dem Treffen eingeladen wurde. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" forderte er die Teilnehmer der Konferenz auf, darauf zu achten, dass die Informationsgesellschaft nicht zu einer Überwachungsgesellschaft werde. (dpa/tc)