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Datenbank mit todsicherem Passwort

06.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Ivar Aasen Zentrum für Neue Norwegische Kultur im norwegischen Oresta hat ein ungewöhnliches Problem. Es besitzt eine Datenbank mit mehr als 14.000 Büchern und Magazinen in Neunorwegisch, doch es kann sie nicht nutzen. Der Grund ist simpel: Als Wolf Djupedal, der Autor der Datenbank, vor einigen Jahren verstarb, nahm er das Passwort mit ins Grab - er hatte es nirgendwo aufgeschrieben. Zwar haben inzwischen schon einige Computerexperten versucht, das Cyber-Schloss zu knacken, bislang allerdings ohne Erfolg.

Nach Aussagen von Steve Weiss, President von Password Crackers Inc. in Maryland, USA, stehen die Norweger mit ihrem Problem nicht allein da. Er berichtet von einem Fall, bei dem ein Netzadministrator von einem Bus überfahren wurde. Sein Unternehmen wurde zu Hilfe gerufen, um das Passwort des so plötzlich aus dem Leben geschiedenen herauszufinden. Überwiegend seien es aber unzufriedene Angestellte, die ein Unternehmen verlassen und vorher ihren Rechner, bestimmte Daten oder Anwendungen mit einem Passwort sperren und so ihren ehemaligen Arbeitgeber schädigen wollen.

Weiss ist der Ansicht, dass die Norweger eher gute Chancen haben, das richtige Passwort doch noch zu finden. Die Datenbank sei in Dbase programmiert, dessen Verschlüsselungsmechanismen allgemein bekannt seien. Sollte der Autor jedoch eine zusätzliche Sicherheitsebene eingebaut haben, würde dies das Problem verkomplizieren. (ave)