Web

 

Dataquest: Server-Umsätze in Europa fielen 2001 um neun Prozent

19.02.2002
0

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gartners Marktforschungseinheit Dataquest hat Zahlen zum Server-Markt in Westeuropa im vierten Quartal und Gesamtjahr 2001 veröffentlicht. Die Nachfrage sei im vierten Quartal um immerhin zwei Prozent gestiegen, so die Auguren - ein kleiner Hoffnungsschimmer am Ende eines Jahres mit den niedrigsten Hardware-Investitionen seit fünf Jahren. Die ausgelieferten Stückzahlen im vierten Quartal seien gegenüber dem vorhergehenden Dreimonatszeitraum um 30 Prozent auf 1,125 Millionen Einheiten gewachsen; für das Gesamtjahr hat Gartner ein Stückzahlenplus von sechs Prozent gegenüber Vorjahr ermittelt. Allerdings gingen die Server-Umsätze in Q4 um 15 Prozent und im gesamten Jahr 2001 um neun Prozent zurück.

Am schlimmsten erwischte es dabei Sun Microsystems, das noch im Jahr 2000 Quartalzuwächse zwischen 35 und 53 Prozent hingelegt hatte. Im vergangenen Jahr kehrte sich dies um in ein Minus von 30 Prozent. Sun konnte nicht nur das Rekordjahr 2000 nicht wiederholen, sondern litt auch gleichzeitig unter seiner Abhängigkeit von zwei durch die Wirtschaftsflaute besonders gebeutelten Sektoren, nämlich Telekommunikation und Finanzdienstleistungen. Generell wirkte sich die Konjunkturschwäche auf den RISC/Unix-Markt am stärksten aus. Hier gingen die ausgelieferten Stückzahlen um 25 und die Einnahmen um 27 Prozent zurück.

Auf Seiten der Hersteller liegt Compaq nach Stückzahlen wie gehabt in Front. Die Texaner konnten ihren Absatz um zehn Prozent auf 363.304 Einheiten steigern. Platz zwei belegt IBM mit 18 Prozent Marktanteil und 199.407 verkauften Einheiten (minus zwei Prozent). Dank eines enormen Stückzahlenwachstums von 37 Prozent auf 153.218 kam Dell auf 14 Prozent Markanteil und Platz drei. Die Top Five der Hersteller komplettieren Hewlett-Packard (147.618 Server/13 Prozent Marktanteil) und Fujitsu-Siemens (83.139 Einheiten/sieben Prozent Market Share).

Beim Umsatz sieht das Ranking naturgemäß anders aus. Hier liegt IBM (30 Prozent Marktanteil) vor Compaq (17), HP (16 Prozent), Sun (14 Prozent) und FSC (neun Prozent). Fazit der Auguren: Der Markt habe im dritten Quartal die Talsohle erreicht; die Nachfrage kehre nun langsam aber sicher zu normalen Mustern zurück. "Im ersten Quartal wird es weiter aufwärts gehen. Ein Quartalswachstum im Jahresvergleich erwarten wie allerdings frühestens in Q3", erklärte Analystin Karen Benson. (tc)