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Corning und Alcatel stoßen ihre Photonik-Sparten ab

13.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um ihre defizitären Glasfasersparten loszuwerden, haben die finanziell angeschlagenen Netzwerkausrüster Alcatel und Corning die Bereiche dem US-Photonik-Spezialist Avanex übertragen und unterm Strich noch rund 62,6 Millionen Dollar draufgelegt. Zwar erhält Alcatel im Rahmen der Transaktion 35,2 Millionen Avanex-Aktien im Wert von 41,9 Millionen Dollar, was einer 28-prozentigen Beteiligung an dem kalifornischen Unternehmen entspricht. Der französische TK-Ausrüster verpflichtete sich jedoch, zu dem Geschäft 110 Millionen Dollar in bar beizusteuern. Etwas besser verhandelte Corning: Das britische Unternehmen zahlt rund 20 Millionen Dollar und bezieht dafür einen 17-prozentigen Anteil an Avanex. Die somit erworbenen 21,4 Millionen Aktien haben einen Wert von rund 25 Millionen Dollar.

Den Grund für die günstigen Übernahmekonditionen lieferte Avanex in der entsprechenden Pressemitteilung gleich mit: So erwirtschaftete die auf inzwischen 490 Mitarbeiter geschrumpfte Corning-Sparte im ersten Quartal 2003 lediglich elf Millionen Dollar Umsatz, zu Zeiten des Internet-Booms im Jahre 2000 lag der vierteljährliche Umsatz bei zirka 800 Millionen Dollar. Alcatels optische Einheit, in der noch 950 Menschen beschäftigt sind, verzeichnete im vergangenen Quartal einen Umsatz von 8,4 Millionen Dollar. Die Transaktion soll bis Ende September über die Bühne gehen, bedarf jedoch noch der Zustimmung der Avanex-Anleger sowie der Regulierungsbehörden. Das Unternehmen schätzt, dass es nach dem Abschluss mit zirka 250 Millionen Dollar in bar und 1600 Mitarbeitern ausgestattet sein wird. (mb)