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Corning bleibt trotz Verlustprognose zuversichtlich

11.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Glasfaserhersteller Corning rechnet damit, im laufenden ersten Quartal die Talsohle zu erreichen. Das Unternehmen prognostiziert einen Umsatz von 925 bis 950 Millionen Dollar, der operative Verlust pro Aktie soll zwischen 14 und 18 Cent betragen. Das anvisierte Ergebnis liegt damit geringfügig über den Schätzungen der Wallstreet-Analysten. Diese erwarteten laut First Call/Thomson durchschnittlich ein Minus von 18 Cent je Anteilschein vor Abschreibungen. Ein Jahr zuvor hatte der Glasfaserhersteller noch einen Gewinn von 132 Millionen Dollar oder 14 Cent pro Anteil geschrieben.

Nachdem die prognostizierten Einnahmen in etwa denen des vierten Quartals 2001 (974 Millionen Dollar) entsprechen, gibt sich Cornings CEO John Loose zuversichtlich hinsichtlich der weiteren Entwicklung des TK-Marktes. So soll der Verkauf von Glasfaser-Equipment im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal um 15 Prozent ansteigen. Loose warnte jedoch davor, dass die Geschwindigkeit und der genaue Zeitpunkt einer Erholung nicht vorhersehbar seien. Gegen Ende des laufenden Jahres werde man wieder einen positiven freien Cashflow erreichen, insgesamt soll der Wert 2002 aber noch im negativen Bereich liegen. Mit 2,2 Milliarden Dollar in bar und einer zugesagten Kreditlinie von zwei Milliarden Dollar sei man jedoch für kommende Anforderungen gewappnet.

Nachdem Cornings Kunden, zu denen Carrier wie AT&T und Worldcom zählen, den Netzausbau stark zurückgefahren hatten, verbuchte der Glasfaserexperte im vergangenen Jahr hohe Verluste, strich 12 000 Stellen und schloss die Mehrheit seiner Fertigungsstellen. Die Konzernleitung erklärte, man plane in diesem Jahr rund 550 Millionen Dollar in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Kapitalanlageinvestitionen werden sich dagegen nur auf zirka 500 Millionen Dollar belaufen, im vergangenen Jahr hatte Corning dafür noch 1,7 Milliarden Dollar ausgegeben. (mb)