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Cisco droht Rekordabschreibung von bis zu 500 Millionen Dollar

20.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen einer Änderung der Bilanzierungsregeln rechnet der US-amerikanische Netzwerkausrüster Cisco für das erste Geschäftsquartal 2004 (Beginn: 27. Juli) mit einer Sonderbelastung von 200 bis 500 Millionen Dollar. Dieser Betrag sei allerdings nicht liquiditätswirksam, teilte der Branchenprimus in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC mit. Das Unternehmen erklärte, es habe bei der Finanzierung des internen Startups Andiamo Systems auch auf Aktienoptionsprogramme für die 270 Mitarbeiter des SAN-Spezialisten zurückgegriffen. Mit der neuen Bilanzvorschrift FASB 46, die ab dem 15. Juni gilt, müsse Cisco nun alle dabei entstandenen Kosten in seine Bücher aufnehmen. Bislang hatten die Kalifornier nur die tatsächlichen Aufwendungen, insgesamt 55 Millionen Dollar, als Forschungs- und Entwicklungskosten verbucht.

Cisco hatte im August vergangenen Jahres angekündigt, bis spätestens Ende Juli dieses Jahres auch die verbleibenden 56 Prozent an Andiamo zu übernehmen. Der Kaufpreis errechne sich anhand einer Formel, die unter anderem auf Andiamos Umsatz sowie Ciscos Einnahmen und Marktkapitalisierung basiere, hieß es in der dazugehörigen Pressemitteilung, und könnte theoretisch bis zu 2,5 Milliarden Dollar betragen (Computerwoche online berichtete). (mb)