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China nimmt Blogs ins Visier

04.07.2006
Staatliche Stellen haben neuerlich betont, dass sie "illegalen und ungesunden" Content beseitigen wollen.

Das State Council Information Office, die höchste staatliche Instanz für Informationspolitik in China, bleibt bei seiner harten Gangart gegenüber der Verbreitung von und den Zugriff auf vermeintlich anstössigen Internet-Content im eigenen Land. "Dieser Markt muss reguliert werden", ließ jetzt Direktor Cai Wu über die staatliche Agentur Xinhua News erneut verbreiten. Dabei soll der Fokus offenbar erweitert werden. Versuchten staatliche Stellen bisher in erster Linie politische Informationen zu blockieren so wollen sie nun auch unpolitische Inhalte einbeziehen (siehe auch "China will Internet stärker zensieren").

Im Visier stehen künftig neben den Suchmaschinen vor allem Blogs. Cai zitiert diesbezüglich eine Untersuchung der Tsinghua University in Peking nach der es mittlerweile 36 Millionen solcher Web-Tagebücher in China gibt mit rund 16 Millionen aktiven Bloggern. "Bis zum Jahresende könnte es mehr als 60 Millionen Blogs geben", sagte Cai. Um allerdings der Lage Herr zu werden, sei es nötig, mehr in die Forschung und das Management zu investieren. (as)