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Chambers: "Dieses Quartal war ein Home Run"

08.05.2002
Trotz praktisch stagnierender Umsätze hat Netzausrüster Cisco Systems im abgelaufenen Quartal unterm Strich knapp 730 Millionen Dollar verdient und auch beim operativen Profit die Erwartungen übertroffen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Cisco Systems hat in seinem dritten Geschäftsquartal die Gewinnprognosen der Analysten trotz stagnierenden Umsatzes übertroffen: Die US-Netzwerker wiesen einen Nettoprofit von 729 Millionen Dollar oder zehn Cent je Aktie aus. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag das Nettoergebnis noch bei minus 2,7 Milliarden Dollar oder 37 Cent pro Anteilschein. In dem Verlust waren hohe Sonderaufwendungen für Lagerüberbestände (2,25 Milliarden Dollar) und Restrukturierungsmaßnahmen (1,2 Milliarden Dollar) berücksichtigt. Den operativen Gewinn konnte Cisco im abgelaufenen Berichtszeitraum von 230 Millionen Dollar oder drei Cent je Aktie auf 838 Millionen Dollar oder elf Cent pro Anteilschein knapp verdreifachen. Die Analysten hatten nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial im Durchschnitt mit lediglich neun Cent je Aktie gerechnet. Diese erfreulichen Zahlen kommentierte Cisco-Chef John Chambers

mit einer Baseball-Metapher: "Was den operativen Gewinn angeht, war dieses Quartal ein Home Run."

Der Umsatz des kalifornischen Netzwerkausrüsters stieg im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 4,82 Milliarden Dollar, lag allerdings in etwa auf dem Niveau des vorhergehenden zweiten Geschäftsquartals. Dennoch zeigte sich Chambers auch mit den Einnahmen zufrieden: "Wir nehmen unseren zehn größten Konkurrenten weiterhin Marktanteile ab." Während Ciscos Umsatz leicht wuchs, seien die Einnahmen der Wettbewerber gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 43 Prozent gesunken. Cisco habe in Zeiten, in denen die Kunden ihre IT-Investitionen verschieben, sein Umsatzniveau halten können.

Cisco konnte seinen Gewinn vor allem durch die Verwendung von preiswerteren Komponenten verbessern. Die Bruttomarge stieg gegenüber dem zweiten Geschäftsquartal um sechs Prozentpunkte auf 63 Prozent. Finanzchef Larry Carter erklärte zudem, dass die operativen Kosten um 100 Millionen Dollar im Vergleich zum vorhergehenden Berichtszeitraum und um rund 500 Millionen Dollar gegenüber dem dritten Geschäftsquartal 2001 gefallen seien.

Für das laufende vierte Geschäftsquartal gab sich Chambers "vorsichtig optimistisch". Der Cisco-Chef rechnet mit einer fünfprozentigen Auftragssteigerung und einem ebensolchen Umsatzwachstum. Dennoch hofft Chambers auf mehr: "Mit einer Umsatzsteigerung im einstelligen Prozentbereich wäre ich nicht zufrieden. Ich wäre begeistert, wenn wir zehn Prozent mehr erreichen würden." Die Analysten erwarten laut First Call/Thomson Financial, dass Cisco im vierten Geschäftsquartal einen operativen Gewinn von zehn Cent je Aktie und Einnahmen von fünf Milliarden Dollar ausweisen wird.

Die Wallstreet reagierte erfreut auf die nachbörslich veröffentlichten Zahlen: Das Cisco-Papier stieg am gestrigen Dienstag nach Handelsschluss um zwölf Prozent auf 14,70 Dollar. (ka)