Web

 

CeBIT: Sieg für Semiramis im ERP-Duell - große Anbieter scheuen den Vergleich

13.03.2005

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Im zweiten Direktvergleich am CeBIT-Wochenende konnte "Semiramis 4" das Rennen um die Gunst des Publikums für sich entscheiden. Bei der Sonntagsfrage (Für welche Lösung würden Sie sich spontan entscheiden?) entschieden sich knapp 54 Prozent der Abstimmungsteilnehmer im Rahmen der "Formel iT" für die Software des Herstellers C.I.S. AG. Fast ein Drittel der Stimmen (32 Prozent) entfiel auf den Konkurrenten "Infor COM" von Infor Global Solutions. Die restlichen Abstimmungsteilnehmer machten in dieser Frage keine Angaben.

Beide Systeme mussten zuvor in einem zweistündigen harten Wettbewerb ihre Leistungsfähigkeit live unter Beweis stellen. Abzubilden war ein kompletter Geschäftsprozess von der Bestellung über die Produktion bis zu Lieferung und Abrechnung. Das vorgegebene Szenario umfasste unter anderem die Prozessabstimmung und Verrechnung zwischen Muttergesellschaft und ausländischer Tochterfirma. Hier - bei der Intercompany-Steuerung und Verrechnung - erhielt Semiramis die besseren Noten. Bei der Logistikeinbindung von Standorten sowie Einkauf und Produktion im Ausland allerdings wurde Infor COM deutlich besser bewertet. Abgestimmt haben knapp ein Drittel der insgesamt rund 150 Besucher.

Für die Enttäuschung des Tages sorgte die Firma Apconex, die kurzfristig vor der Veranstaltung ihre Teilnahme an dem für den Sonntagnachmittag geplanten Vergleich mit Semiramis absagte. Wie Detlef Pfützenreuter, Geschäftsführer des Oracle-Partners Apconex aus Berlin der COMPUTERWOCHE mitteilte, habe er aufgrund der nicht gegebenen Vergleichbarkeit der Produkte "Oracle E-Business Suite" und Semiramis die Teilnahme abgesagt. "Man kann Excel nicht mit einer Oracle-Datenbank vergleichen", wobei er den Wettbewerber mit der Microsoft-Software verglich. Den Rückzug habe er selbst angetreten, sei also nicht von Oracle zurückgepfiffen worden.

Reinhold Karner, Geschäftsführer des Semiramis-Anbieters CIS AG ist von der Absage enttäuscht und verwundert zugleich. Sein Unternehmen war am 4. März nach der Absage des SAP-Partners All for One angesprochen worden und hatte kurze Zeit später zugesagt. Apconex bestätigte die Duellteilnahme am 7. März, sagte diese aber am Vormittag des 13. März, wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn, plötzlich ab.

Der SAP-Partner All for One hatte seine Absage mit Terminproblemen bei der Vorbereitung und "krankheitsbedingten Ausfällen" in der Beratung begründet. Ausdrücklich weist All for One darauf hin, dass die Entscheidung allein getroffen und nicht durch SAP erzwungen wurde. Auch ein Vertreter von SAP legte gegenüber der COMPUTERWOCHE Wert auf diese Feststellung. (fn/uk)