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CeBIT America floppt gründlich

28.05.2004

Heute endet die heuer zum zweiten Mal veranstaltete CeBIT America, mit der der US-Ableger der Deutschen Messe AG den traditionellen Termin der früheren PC Expo in New York besetzt hat. Die Veranstaltung darf aber wohl eher als Flop gelten. Zwar gelang es den Veranstaltern, mit HP, Microsoft, Peoplesoft, NEC und Siebel einige namhafte Aussteller zu gewinnen. Andere Schwergewichte wie IBM, Oracle, Dell, Sun oder Oracle fehlten allerdings.

Der Rest der rund 350 Aussteller waren mittlere und kleine Anbieter mit starkem Consumer-Fokus - persönliche Alkotester waren sicher nicht gerade das, was Messegäste auf der Suche nach Antworten auf ihre Unternehmens-IT-Probleme gebrauchen konnten. Auch das Publikum entsprach schwerlich dem einer auf Unternehmenskunden fokussierten Veranstaltung - hauptsächlich handelte es sich um Selbstständige, Endkunden, Berater und Studenten.

Die Eröffnung am Dienstag ging schon gründlich daneben - der für die Keynote eingeplante Thomas Siebel sagte ab (angeblich wegen einer Quiet Period nach einem Umbau der Chefetage) und ließ sich von einem subalternen Manager vertreten. "Wir sind wahrlich nicht erfreut über diese Situation", bekannte Mark Dineen, President von CeBIT America.

Grundsätzlich sieht er die Veranstaltung auf dem richtigen Weg. Man sei vergangenes Jahr aus dem Nichts gestartet, und es sei nicht so einfach, die Großen der Branche zu überzeugen. Für Buchungen mit längerer Vorlaufzeit sei kaum jemand zu haben. "Seit dem Downsizing im Markt halten sich alle zurück", so Dineen. "Alles wartet ab." Geplant waren übrigens an die 10.000 Besucher (die wohl erreicht wurden). "Sie lassen jeden rein", ärgerte sich eine Ausstellerin. "Diese Messe ist vor allem ziellos." "Ich habe mehr Studenten als brauchbare Besucher gesehen", klagte eine andere.

Die diesjährige CeBIT America habe überdies darunter gelitten, dass gleichzeitig die Computer-Associates-Hausmesse CA World in New Orleans und Microsofts Tech Ed in San Diego stattfanden, erklärte Dineen. Beide hätten kaufkräftige Besucher abgezogen, weil es sich Unternehmen nicht mehr leisten könnten, mehrere Veranstaltungen zeitgleich zu besuchen. Im vergangenen Jahr fand die CeBIT America im Juni statt. 2004 wurde sie von der Verwaltung des New Yorker Javits Center wegen eines Terminkonflikts auf Mai vorverlegt. (tc)