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CE Consumer rutscht nach Wertberichtigungen tief in die roten Zahlen

13.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Chipbroker CE Consumer Electronic AG schrieb im ersten Halbjahr 2002 einen Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von 52,3 Millionen Euro nach einem EBIT-Plus von 3,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Grund für das schlechte Abschneiden war in erster Linie eine Wertberichtigung in Höhe von 47 Millionen Euro auf Beteiligungen, Anlagevermögen, Forderungen und Lagerbestände (Computerwoche online berichtete). Gleichzeitig verbuchte der Chiphändler aber auch einen starken Umsatzrückgang. So erwirtschaftete CE Consumer im zweiten Quartal nur Einnahmen von 80,6 Millionen Euro nach 96,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Aufgrund der ähnlich schlechten Zahlen im ersten Quartal (Computerwoche online berichtete) brach der Umsatz damit in der ersten Jahreshälfte insgesamt von 221,3 Millionen auf 177,2 Millionen Euro ein.

Als Konsequenz auf die schwache Nachfrage will das Unternehmen nun unter anderem eine groß angelegte Vertriebsoffensive starten und dazu zusätzliche branchenerfahrene Mitarbeiter einstellen. Außerdem plant CE Consumer, die Beteiligung an dem B-to-B-Marktplatz Virtual Chip Exchange (VCE) von rund 75 auf 100 Prozent erhöhen. Die Münchner verwenden für diese Maßnahmen die Erlöse in Höhe von 10,4 Millionen Euro aus dem Verkauf der Beteiligung an dem kanadischen Softwareunternehmen Mediagrif Interactive Technologies (Computerwoche online berichtete). Gleichzeitig startet das Unternehmen ein umfangreiches Sparprogramm. Als Teil davon verzichtet der Vorstand seit Anfang August auf 700.000 Euro oder 30 Prozent seiner Bezüge, außerdem wird

erwartet, dass auch Mitarbeiter der Management-Ebene an diesem Lohnverzicht teilnehmen. Die liquiden Mittel zum 30. Juni bezifferte CE Consumer mit 21 Millionen Euro. (mb)