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Capellas verwettet MCI auf Konvergenz

12.05.2004

Michael Capellas, Ex-Compaq- und inzwischen MCI-Chef, hat gestern auf der Networld+Interop in Las Vegas seine erste Keynote nach Verlassen des Gläubigerschutzes genutzt, um das Thema Netzkonvergenz in den Mittelpunkt der Strategie der "neuen MCI" zu rücken. Um die Vision abzurunden, verkündete der Carrier außerdem eine Partnerschaft mit Microsoft im Bereich Web-Konferenzen.

"Warum setzen wir unser Geschäft auf den Begriff IP-Konvergenz?" fragte Capellas das Auditorium. "Das diese kommt, steht außer Frage - die Frage ist nur wann und wie schnell." Es gebe keine Trennung mehr zwischen Kommunikation und Inhalt. Jede Anwendung, etwa Sprache oder Video, laufe über ein und dasselbe IP-Netz, das sich wenig um die Applikation oder die Endgeräte schere. Eine Vision ist das nicht gerade - die Netzausrüster wie Cisco predigen die Konvergenz seit Jahren.

MCI kann aber eine Aufwertung seines IP-Backbones gut gebrauchen, über den nach Schätzung von Capellas 30 Prozent des weltweiten Internet-Traffic fließen. Der MCI-Chef hofft, dass seine Firma ihren MPLS-Rollout (Multi-Protocol Label Switching) Ende dieses Jahres zur Hälfte und vor Ende 2005 komplett abgeschlossen haben wird. Dadurch soll die Quality of Service (QoS) für Anwendungen wie Sprache und Daten erheblich steigen.

Die Kooperation mit Microsoft ist eigentlich nur die Fortsetzung einer zuvor schon bestehenden Partnerschaft mit dem Web-Conferencing-Spezialisten Placeware. Diesen hatte der Redmonder Konzern Anfang letzten Jahres übernommen und vermarktet dessen Produkte mittlerweile als "Live Meeting". Capellas scheiterte auf der Bühne beim Versuch, den Dienst zu demonstrieren, nachdem der Rechner seines Kollegen weit über fünf Minuten brauchte, um sich am Wireless LAN der N+I anzumelden. (tc)