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Call-by-Call-Einwahl kaum noch gefragt

04.03.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Trotz möglicher Preisvorteile interessiert sich nur eine Minderheit der Bundesbürger für Call-by-Call. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Umfrage des Forschungsinstitut Polis im Auftrag der "Deutschen Presseagentur" (DPA). Demnach nutzen 56 Prozent der insgesamt 1008 Befragten nie eine der Vorwahlnummern von Telekom-Konkurrenten. Nur 21 Prozent gaben an, Call-by-Call-Nummern regelmäßig zu wählen, 22 Prozent nutzen das Angebot immerhin gelegentlich. Der Erhebung zufolge ist die gelegentliche Wahl eines anderen Telefondienstleisters offenbar eine Frage der Bildung: So erklärten nur 15 Prozent der Hauptschulabsolventen, sie würden regelmäßig auf Rechnung der Telekom-Konkurrenz telefonieren, 63 Prozent von ihnen wählen sich dagegen niemals per Call-by-Call-Nummer ein. Unter den Befragten mit Abitur oder Studium waren es mit 28 Prozent fast doppelt so viele, die

wechselnde Anbieter nutzen. In dieser Gruppe verzichteten gar 49 Prozent ganz auf die Angebote der Telekom-Konkurrenz.

Der Geschäftsführer des Verbandes der Telekomkonkurrenten VATM, Jürgen Grützner sieht in dem Ergebnis Erfahrungen bestätigt, wonach viele Kunden kaum Wechselbereitschaft zeigen, obwohl sie dabei sparen könnten. Ein Grund für den Rückgang ist laut Grützner das sogenannte Preselection-Verfahren, bei dem der Kunde dauerhaft einen bestimmten Anbieter auswählt. So gebe es nun deutlich mehr Kunden, die aus ihren Call-by-Call-Erfahrungen einen Anbieter ausgesucht haben und sich für Preselection entscheiden. Nach Angaben des VATM telefonierten noch Ende 2000 etwa 77 Prozent aller Kunden der Telekom-Konkurrenten mit Call-by-Call-Diensten. Der Anteil sank 2001 auf 51 Prozent. (mb)