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Bund startet elektronische Beschaffung

03.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit einer Pressekonferenz heute Vormittag elf Uhr in Berlin haben Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundesinnenminsterium, und Alfred Tacke, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, den Startschuss für die erste vollständig elektronische Beschaffung auf Bundesebene gegeben. Unternehmen aus der Wirtschaft bekommen damit die Möglichkeit, Angebote komplett und rechtsverbindlich über das Internet abzuwickeln.

Es handelt sich dabei um den ersten Feldversuch des vom BMWi mit etwa 4,5 Millionen geförderten Leitprojekts "e-Vergabe". Die öffentliche Hand vergibt pro Jahr Aufträge mit einem Volumen von rund 250 Milliarden Euro (etwa 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts). Durch E-Procurement könnten nach Schätzungen rund zehn Prozent Kosten eingespart werden.

Als Pilotanwender hat sich zunächst das Beschaffungsamt des Innenministeriums bereit erklärt, 50 PDAs über die e-Vergabe zu bestellen. Unternehmen haben nun rund drei Monate Zeit, ihre Offerten einzureichen. Sie benötigen dazu neben dem Netzzugang eine Signaturkarte samt Lesegerät.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Initiative begrüßt. Klaus Bräunig, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, warnte in diesem Zusammenhang vor einer möglichen Zersplitterung der rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen der elektronischen Vergabe in Bund, Ländern und Gemeinden. Bei den - auch E-Government genannten - Projekten zur Verwaltungsmodernisierung müssten neben dem Einsatz der neuen Medien immer auch die Verwaltungsstrukturen und -abläufe selbst auf den Prüfstand gestellt werden. Nur dann könne Verwaltungshandeln so effizient wie möglich den Bürgern und der Wirtschaft zugute kommen. (tc)