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Bund droht Mobilcom mit Entzug der Finanzhilfen

13.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aus Unmut über die Besetzung des Chefsessels im Aufsichtsrat von Mobilcom droht das Bundeswirtschaftsministerium offenbar dem angeschlagenen Mobilfunkanbieter mit dem Entzug der finanziellen Unterstützung: Sollte der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Ripken nicht seinen Posten für den Ex-Thyssen-Manager Dieter Vogel räumen, will die Behörde ihre Finanzhilfen zurückziehen. Das berichtet zumindest das "Handelsblatt in seiner Montagsausgabe. Der Bund hatte Vogel als Vermittler im Streit zwischen Mobilcom und dem Großaktionär und ehemaligen Kooperationspartner France Télécom eingesetzt. Der Ex-Thyssen-Manager war bei seinen Verhandlungen erfolgreich, erhielt jedoch nicht die erforderliche Mehrheit für den Aufsichtsratsvorsitz.

Um seinen Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsrats geltend zu machen, setzt der Bund den Büdelsdorfern nun quasi die Pistole auf die Brust. Zwar konnte Mobilcom die drohende Insolvenz nach dem Rückzug von France Télécom zu vermeiden, ohne die Finanzspritze droht jedoch nach wie vor der Pleitegeier. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die Landesbank Schleswig-Holstein hatten dem norddeutschen Unternehmen insgesamt 162 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Bürgschaft für das Geld hatte der Bund übernommen. (mb)