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Brüssel gibt eine Milliarde Euro für Internet- und Handyprojekte

03.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit einer Milliarde Euro wird die Europäische Kommission 276 neue Forschungsvorhaben in den Sektoren Mobilfunk, Mikroelektronik und anderen Internet-Technologien fördern. Das teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Nach wie vor seien Europas Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) viel zu niedrig, erklärte die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. Von der jüngsten Geldspritze erhofft sich die Kommission auch Impulse für zusätzliche Forschungsausgaben der Unternehmen.

Sowohl bei den öffentlichen wie bei den privaten Investitionen in die IKT-Forschung hängen die EU-Staaten nach Kommissionsangaben hinter Japan und den USA zurück. In Europa gab der Staat im Jahr 2002 demnach acht Milliarden Euro für diese Zwecke aus, in Japan waren es elf und in den USA 20 Milliarden Euro. Pro Einwohner beliefen sich die Gesamtausgaben in jenem Jahr in der EU auf 80 Euro, in den USA waren es 350 und in Japan sogar 400 Euro pro Kopf.

Die 276 Projekte, die Brüssel in den kommenden fünf Jahren fördern will, zielen auf drei Schwerpunkte. Erstens sollen Systeme entwickelt werden, die den Menschen selbstständig über reale Ereignisse informieren. Zum Zweiten soll die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Informations- und Kommunikationssystemen verbessert werden. Neue Anwendungen für das Gesundheitswesen, den Verkehr, die Entwicklung von Inhalten sowie für staatliche Verwaltungen und Dienste stehen ebenfalls auf der Förderliste der Kommission.

Die 276 geförderten Projekten wurden den Angaben zufolge aus 1300 Vorschlägen ausgewählt. Insgesamt hätten 462 Vorschläge die Qualitätsanforderungen erfüllt. Hätte man diese alle unterstützen wollen, wäre dafür fast der doppelte Betrag nötig gewesen, sagte Kommissionssprecher Martin Selmayr. In der Finanzperiode 2007 bis 2013 möchte die Brüsseler Behörde den Ansatz für diese Zwecke um 80 Prozent erhöhen. Dem müssen aber die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament noch zustimmen. (dpa/tc)