Ausblick enttäuscht Börse

BlackBerry-Anbieter RIM mit Gewinnsprung

26.09.2008
Der kanadische BlackBerry-Anbieter Research In Motion (RIM) hat mit seinen Smartphones und mobilen E-Mail-Diensten Gewinn und Umsatz in seinem zweiten Geschäftsquartal erneut deutlich gesteigert.

Der Überschuss kletterte in dem Ende August abgelaufenen Vierteljahr um mehr als 70 Prozent auf 496 Millionen Dollar (339 Mio Euro). Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 90 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar, wie RIM am Donnerstag nach Börsenschluss im kanadischen Waterloo mitteilte. Die Zahlen lagen ganz knapp unter den Erwartungen der Analysten. Massiv enttäuschte RIM die Experten aber mit seinem Ausblick für das laufende dritte Geschäftsquartal. Der Konzern rechnet belastet von steigenden Kosten für neue Geräte mit einem Gewinn je Aktie zwischen 0,89 und 0,97 Dollar bei einem Umsatz von 2,95 bis 3,1 Milliarden Dollar. Die Aktie stürzte in einer ersten Reaktion nachbörslich steil ab und verlor fast 20 Prozent.

RIM ist bislang besonders bei Geschäftskunden erfolgreich und will mit neuen Geräten nun auch verstärkt bei Privatkunden punkten. Analysten fürchten, dass die kostspielige Expansion heftig auf die Gewinnmarge drücken könnte. Wettbewerber sind hier Apples iPhone und das gerade vorgestellte T-Mobile-Handy G1 mit dem von Google geprägten Betriebssystem Android.

Marktführer bei Smartphones - einem Mix aus Handy und Taschencomputer - ist bisher der Nokia-Konzern. Microsoft ist mit dem Betriebssystem Windows Mobile in Handys diverser Hersteller im Rennen. Sie alle machen RIM zunehmend Konkurrenz bei Geschäftskunden.

Im zweiten Geschäftsquartal verkaufte RIM rund 6,1 Millionen seiner BlackBerrys. Der Konzern gewann etwa 2,6 Millionen neue Abonnenten für seine E-Mail-Dienste, insgesamt sind es nun rund 19 Millionen. Im laufenden Quartal sollen 7 Millionen Geräte abgesetzt werden und unterm Strich 2,9 Millionen Kunden hinzukommen. Mehr als 80 Prozent der Umsätze erzielt RIM mit Geräten, knapp 15 Prozent entfallen auf die Dienste, der Rest vor allem auf Software-Erlöse.

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