Web

 

BDI rechnet mit leicht abflauender Konjunktur

23.10.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland soll bis Ende dieses Jahres und auch im nächsten Jahr zurückgehen, prophezeit der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in einem am gestrigen Sonntag veröffentlichten Bericht. Zwar halte der Expansionskurs deutscher Unternehmen an, allerdings seien die "weltweiten und hausgemachten Konjunkturrisiken" gewachsen. Als Beispiel nannte der Verband die höheren Ölpreise und die Ökosteuer, die die Industrie derzeit verunsicherten. Zudem könnten weitere Zinserhöhungen ihre Spuren hinterlassen.

Positiver äußerte sich der BDI bezüglich der Auftragslage der Industrie, die weiterhin robust sei. Aufgrund des beachtlichen Exportzuwachses könne man im nächsten Jahr von einem Aufschwung ausgehen. Allerdings sei die Stimmung in Ostdeutschland düsterer geworden. Rechneten im Herst 1999 noch rund 38 der befragten 4710 Firmen mit zunehmenden Umsätzen, so waren es in diesem Jahr nur 36,5 Prozent.

Trotz allem soll sich der Arbeitsmarkt weiter entspannen. Immerhin wollen in diesem Jahr 15,2 Prozent der Unternehmen neue Leute einstellen. Im vergangenen Jahr waren nur 14,9 Prozent der Betriebe dazu bereit. Zudem planten die Firmen weniger Entlassungen als noch im Vorjahr, heißt es in der Untersuchung.